Nothilfe International

Hurrikan »Sandy«: ein Jahr danach

In einer E-Mail an Bischöfin Rosemarie Wenner dankt Bischof John Schol von der Jährlichen Konferenz New Jersey (USA) für die nach dem Sturm erfahrene Hilfe. Er informiert auch über das Erreichte und bittet um weitere Unterstützung.

Ende Oktober 2012 zog der Hurrikan »Sandy« von der Karibik nach Nordamerika und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Über 50 Menschen kamen in Haiti ums Leben. Mehr als 150 Menschen starben an der Ostküste der USA, vor allem in den Bundesstaaten New Jersey und New York. In den USA zerstörte der Sturm 650.000 Häuser und machte ihre Bewohner obdachlos. Der Sachschaden soll sich allein in New Jersey auf 42 Milliarden Dollar (etwa 30 Milliarden Euro) belaufen, heißt es in Medienberichten.

Reaktion der EmK

Auf die Not hat die Jährliche Konferenz New Jersey der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) mit der Gründung einer Hilfsorganisation reagiert: Sie heißt »A Future with Hope« (Eine Zukunft mit Hoffnung). Ehrenamtliche bauen Wohnungen besonders  Bedürftiger und Kirchengebäude wieder auf, beraten Familien und halten Lehrgänge. Bischof John Schol wendet sich in seiner E-Mail direkt an die Präsidentin des Bischofsrates und deutsche Bischöfin Rosemarie Wenner: »Ich schreibe, um ›Danke‹ zu sagen. Ich bin dankbar für die Kirche und die Führung und die Unterstützung des Bischofsrates.«

Konkrete Hilfe

In der schlimmen Situation nach dem Sturm habe die EmK Hilfe und Hoffnung angeboten. Konkret: Unmittelbar nach dem Sturm habe die EmK mehr als 10.000 Menschen mit Nahrung, Kleidung und Obdach versorgt. Mehr als 5.900 Ehrenamtliche hätten bisher über 58.000 Stunden freiwillige Arbeit geleistet, berichtet Bischof Schol.
»Gott tut in unserer Mitte Wunder«, schreibt Bischof Schol. »Unser Dienst kann vielleicht am besten durch die Worte eines Wohnungseigentümers zusammengefasst werden: ›Ich rief zehn verschiedene Stellen an und erreichte dann »A Future with Hope«, und es war die Evangelisch-methodistische Kirche, die sagte, dass sie helfen wird.‹«
Momentan berieten Fall-Manager von »A Future with Hope« mit 145 Familien, wie sie nach Verlust von Vermögen oder Arbeitsplatz wieder auf die Beine kommen könnten. Mit UMCOR, dem Hilfswerk der EmK, als Partner seien 226 Personen von 16 Organisationen kostenlos zu Fall-Managern ausgebildet worden. Unter den Organisationen befänden sich katholische Wohlfahrtsverbände, das Rote Kreuz und die Heilsarmee. Bischof John Schol schreibt weiter: »Wir arbeiten augenblicklich in 14 Orten. Wir haben dafür gesorgt, dass zwölf Familien in ihre Wohnung zurückkehren konnten. Weitere 15 Wohnungen sind im Bau und 22 Wohnungen werden oder sind derzeit hinsichtlich Reparaturmöglichkeiten begutachtet. Wir haben auch eine Sozialstation instandgesetzt.«

Weitere Unterstützung nötig

Zehntausende von Wohnungen bedürften noch der Reparatur, und viele Menschen könnten noch nicht in ihre Wohnungen zurückkehren, schreibt Bischof Schol. »A Future with Hope«, die Hilfsorganisation der Jährlichen Konferenz New Jersey hat sich viel vorgenommen, um effektiv helfen zu können. Das Ziel sei, 21 Millionen Dollar (etwa 15,4 Millionen Euro) zu sammeln. Davon seien 9,3 Millionen Dollar eingegangen oder versprochen. Viel Geld würde von Institutionen wie UMCOR sowie von Fonds und Stiftungen zur Verfügung gestellt. Eine halbe Million Dollar sei bisher von Konferenzen der EmK aus aller Welt gekommen.

Die EmK-Weltmission hat 2012 unmittelbar nach der Katastrophe 5.000 Euro für Soforthilfe an UMCOR überwiesen. Das Hilfswerk der EmK unterstützt in den USA und in Haiti Menschen, die nach Hurrikan »Sandy« auf Hilfe angewiesen sind. Bischöfin Wenner: »Wir starren immer auf die Katastrophen, wenn die Medien davon berichten und vergessen danach die Menschen, die lange mit den Folgen zu kämpfen haben.«

Reinhold Parrinello
Quelle: E-Mail von Bischof John Schol an Bischöfin Rosemarie Wenner vom 29.10.2013

Lesen Sie einen Offenen Brief von Bischof Schol in Englisch