Superintendent Markus Jung (links), Bischöfin Rosemarie Wenner und Jungs Vorgänger Wolfgang Rieker

Superintendent Markus Jung (links), Bischöfin Rosemarie Wenner und Jungs Vorgänger Wolfgang Rieker

Superintendentenwechsel

Begeistert Gottes Berufung leben

Neuer Superintendent des Nürnberger Distrikts ins Amt eingeführt.

Mit einem festlichen Gottesdienst in der Eben-Ezer-Kirche in Nürnberg ist am 20. September Pastor Markus Jung in sein Amt als Superintendent für den Distrikt Nürnberg der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) eingeführt worden. Der 51-Jährige folgt Wolfgang Rieker, der nach zehn Jahren im Amt Pastor in der EmK Hersbruck wird. Als Superintendent ist Markus Jung seit 1. September zuständig für mehr als 50 Gemeinden der EmK von München bis Würzburg und von Backnang bis Hof. Zudem obliegt ihm die Personalverantwortung für die Pastorinnen und Pastoren in seinem Distrikt.

Beim Einführungsgottesdienst betonte Rosemarie Wenner, die Bischöfin der EmK in Deutschland, die besondere Rolle und Bedeutung eines Superintendenten: Das Amt stehe in besonderer Weise für die so genannte Connexio – dem methodistischen Netzwerk, das nicht nur die 80 Millionen Methodisten weltweit und ihre Gemeinden umfasst, sondern immer auch ihre Verbindung zu Gott einschließt. Gleichzeitig sei der natürliche Platz für Superintendenten der Platz »zwischen den Stühlen« – vermittelnd, aber auch oft unangenehme Entscheidungen treffend.

Jung, so die Bischöfin, bringe für diesen verbindenden Dienst gute Voraussetzungen mit: Im Kinder- und Jugendwerk der EmK war er im missionarischen Dienst überregional tätig; im Gemeindienst gestaltete er Strukturveränderungen und Gemeindefusionen mit. Dabei habe er sowohl danach gefragt, was den Glauben der Kirchenglieder stärke als auch nach dem, was die Menschen in der Nachbarschaft der Gemeinden bräuchten. Vor allem aber habe Jung Interesse an den Menschen und baue gerne Beziehungen auf.

»Ermutigend unterwegs«

Den scheidenden Superintendenten Wolfgang Rieker würdigte Wenner als einen Menschen, der immer die Freude an Gott ausgestrahlt habe. Rieker habe auch in schwierigen Zeiten immer Menschen ermutigt. Mit der Entpflichtung vom Amt wünschte Wenner ihm Gottes Segen und Begleitung bei seinem weiteren Dienst in der EmK.
Rieker selbst bezeichnete die vergangenen zehn Jahre als eine bereichernde aber auch herausfordernde Zeit. »Bereichernd und beglückend empfand ich die Unterschiedlichkeit der Menschen, mit denen ich zu tun hatte, ihre Hingabe und ihren Einsatz für Christus, die Kirche und Gemeinde und die Art und Weise, wie dem persönlichen Glauben immer wieder Ausdruck verliehen wurde.« Herausfordernd seien konfliktträchtige Situationen gewesen. Insgesamt sei er dankbar dafür, dass die Amtszeit eines Superintendenten begrenzt ist und er sich nun anderen Aufgaben zuwenden könne.

Das Leben gewinnen im Loslassen

Markus Jung ist in Stuttgart geboren und lernte zunächst Bäcker, um den Betrieb der Eltern weiterzuführen. Durch verschiedene Erlebnisse erfuhr er den Ruf ins Predigtamt. Er studierte in Reutlingen und in Washington DC Theologie und war Pastor auf Probe im Bezirk Nürnberg-Paulus. Anschließend wechselte er als Referent für missionarische Jugendarbeit ins Kinder- und Jugendwerk Süd. Anschließend war er drei Jahre Pastor in Stuttgart-Bad Cannstatt und fünf Jahre in Fellbach-Wangen, zuletzt als leitender Pastor des mit Bad Cannstatt fusionierten Bezirks.

In seiner Antrittspredigt über die Taufe Jesu (Matthäus 3) rief der neue Superintendent die Zuhörer dazu auf, Gottes Berufung im eigenen Leben zu hören und anzunehmen. »Nehmen wir dies nicht an, werden wir unser Sein und unser Wesen verleugnen. Und letztlich unser Leben, ja uns selbst verlieren«, sagte er. Um das Leben zu gewinnen müsse man es loslassen. »Erst so werde ich mich finden und endlich begeistert meine Berufung leben.«

Volker Kiemle

Foto: Volker Kiemle