Flüchtlinge an einem Budapester Bahnhof

Flüchtlinge an einem Budapester Bahnhof

Europäischer Rat Methodistischer Kirchen

Die Nächsten kennenlernen

Europäischer Rat Methodistischer Kirchen ruft Methodisten in Europa dazu auf, Flüchtlinge gastfreundlich aufzunehmen.

Zur radikalen Gastfreundschaft gegenüber allen Menschen hat der Europäische Rat Methodistischer Kirchen aufgerufen. »Wir bekräftigen unsere christliche Verpflichtung, Christus im Gesicht der Fremden zu ehren, gleichgültig, welcher Religion sie angehören oder aus welcher politischen Situation sie entkommen«, heißt es in einem Brief an alle methodistischen Gemeinden in Europa. Methodisten sollten solidarisch sein mit den Teilen der Welt, aus denen Migranten und Flüchtlinge kommen, und für eine gerechte und friedliche Welt arbeiten.

Der Rat hatte vergangene Woche in der bulgarischen Stadt Russe nahe dem Grenzübergang zu Rumänien getagt. Dabei beschäftigen sich die Delegierten mit der aktuellen Lage von Flüchtlingen. »Im Bibelstudium wurden wir daran erinnert, dass Gottes Volk oft unterwegs war und häufig erfahren hat, was es bedeutet, Außenseiter oder gar Flüchtling zu sein«, heißt es in dem Schreiben. »Wir wurden herausgefordert, die Nächsten kennenzulernen, anstatt uns vor den Fremden zu fürchten.«

Mitglieder des Rats berichteten über Beispiele, wie Methodisten an vielen Orten Flüchtlingen helfen – etwa in Strumica unweit des Grenzübergangs von Griechenland nach Makedonien. Dort versorgen Mitarbeiter der EmK schon seit mehreren Wochen Flüchtlinge vor allem mit Wasser und Kleidern. »Es sind oftmals kleine Gruppen, die unermüdlich unsere gemeinsame Verpflichtung zu christlicher Gastfreundschaft und Fürsorge ausüben«, heißt es in der Erklärung. »Wir danken Gott für ihre Vision, ihren Mut und ihren Dienst, den sie in Christi Namen tun. Sie sind ein Beispiel für uns alle.«

Der Rat appellierte an die Methodisten in Europa, zu erkennen, dass »wir die Geschehnisse im Zusammenhang mit Migration nach und in Europa unterschiedlich wahrnehmen, je nachdem, in welchem Kontext wir leben«. Einfache Lösungen gebe es nicht, betonen die Ratsmitglieder. Die im EMC verbundenen Kirchen hätten unterschiedliche politische und theologische Ansichten und müssten deshalb auch miteinander um Lösungen ringen.

Der Rat rief zudem dazu auf, falschen Darstellungen, Verallgemeinerungen und abwertenden Stereotypen zu widersprechen und diejenigen zur Rede zu stellen, die mit der Angst der Menschen spielen.

Volker Kiemle

Foto: Daniel Peters für UMNS

Verlautbarung (deutsch)