Bischöfin Wenner führt Irene Kraft als Superintendentin für den EmK-Distrikt Hamburg in ihr Amt ein.

Bischöfin Wenner führt Irene Kraft als Superintendentin für den EmK-Distrikt Hamburg in ihr Amt ein. Der Essener Superintendent Rainer Bath (links) und Kai-Uwe Dannenberg, Laienmitglied des Bezirks Clausthal-Zellerfeld, assistieren.

Superintendentenwechsel

Mut und Frustrationstoleranz

»Es geht um die Frage: Was haben wir zu geben?«, sagte Irene Kraft bei ihrer Diensteinführung als neue Superintendentin des EmK-Distrikts Hamburg.

In der Gemeinde Hamburg-Hamm der Evangelisch-methodistischen Kirche wurde am vergangenen Sonntag (30. August) Irene Kraft als neue Superintendentin für den Distrikt Hamburg in ihr Amt eingeführt. Mit 300 Gästen und unter großer ökumenischer Beteiligung wurde in diesem Gottesdienst auch Krafts Vorgänger, Uwe Onnen, aus dem Amt als Superintendent verabschiedet.

»Was mit Jesus begonnen hat, geht weiter«

»Wir stehen als Kirche, als Konferenz und als Distrikt vor zahlreichen Herausforderungen«, erklärte Irene Kraft bei ihrer Einführung als Superintendentin mit Verweis auf sinkende Gliederzahlen, zu wenig Geld oder Konflikte in Gemeinden. Andererseits gebe es auch viele Menschen und Gemeinden, die viel in die Kirche einbringen und sich auf den Weg gemacht hätten, in ihr Umfeld hineinzuwirken. In ihrer Predigt über die Heilung eines Gelähmten durch Petrus und Johannes (Apostelgeschichte 3,1-16) erkannte die 51jährige genau diese beiden Aspekte im Leben von Christen und Gemeinden. Petrus und Johannes hätten nicht nur festgestellt, »was nicht da ist«, sondern nach der Maxime »Was haben wir zu geben?« gehandelt. »Was mit Jesus begonnen hat, geht weiter«, führte Kraft die Linien des Predigttextes nach »Hamburg, Weser-Ems, Schleswig-Holstein und in den Bereich Harz/Heide« weiter. Dass sich Menschen vom Evangelium »anstecken und begeistern lassen«, während sich andere »dagegen verwahren und uns Steine in den Weg legen« erfordere »Mut und eine große Portion Frustrationstoleranz«.

Die Vision von Gemeinde: Glauben und Leben teilen

Als Lösung schlägt die neue Superintendentin aus ihrer langjährigen Erfahrung als Gemeindepastorin vor, die Gemeinde aufzusuchen, denn »in der Gemeinschaft der Gemeinde und im Gebet geschieht Vergewisserung und Stärkung«. Es gebe, so Kraft, zwar keine perfekte Gemeinde, aber die Vision von Gemeinde wolle sie trotzdem vor Augen haben: »Eine Gemeinschaft, in der Menschen den Glauben und das Leben teilen – untereinander und mit anderen.« Wo das geschehe, bekämen Gemeinden Relevanz für ihr Umfeld. Das, so Kraft weiter, sei nicht von finanziellen und personellen Ressourcen abhängig. »Wir geben weiter, was Jesus Christus selbst bereitstellt – das ist unsere Berufung und unsere Sendung.« Mit ihrer Abschlussfrage »Seid ihr dabei?« forderte Kraft die Anwesenden heraus, diese Berufung und Sendung gemeinsam zu leben.

Neuer Dienstauftrag für Uwe Onnen in den Eppendorfer Bethanien-Höfen

Für das Amt als Superintendentin bringe Irene Kraft gute Voraussetzungen mit, erklärte Rosemarie Wenner, die Bischöfin der EmK in Deutschland, beim feierlichen Amtswechsel in der EmK-Gemeinde Hamburg-Hamm. Ihre Zugewandtheit zu Menschen und ihre Erfahrungen in der Gemeindearbeit, sowie die Anleitung von Veränderungsprozessen seien sehr hilfreich für das Amt als Superintendentin. Außerdem habe die dreimalige Teilnahme an der Generalkonferenz, dem alle vier Jahre tagenden internationalen Kirchenparlament der weltweiten EmK, ihren Blick über den deutschen Horizont hinaus geweitet. Uwe Onnen (54), Krafts Vorgänger im Distrikt Hamburg, wurde von Bischöfin Wenner aus seinem Amt als Superintendent entpflichtet. Er wird künftig zusammen mit William Barnard Jones als Pastor im neu erbauten diakonischen Zentrum Bethanien-Höfe in Hamburg Eppendorf tätig sein.

Gisela Heldt, Klaus Ulrich Ruof

Foto: Ulrich Schempp