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Wege zur Einheit

Schon immer haben Methodisten auch schwierige Fragen in ihren jeweiligen Konferenzen diskutiert. Diese Bereitschaft zum offenen Gespräch führte aber auch dazu, dass in der zurückliegenden Geschichte manche Wegstrecke beschwerlich war. Neben schmerzhaften Spaltungen führte die Gesprächskultur methodistischer Lehre und Praxis aber immer wieder zu Versöhnung und Vereinigung.

Fragen, die in der jeweiligen Zeit aufkamen und deren Beantwortung für einen gelebten Glauben bedeutsam waren, wurden in den Konferenzen intensiv diskutiert: Der Sklavenhandel, mit dem in England viel Geld verdient wurde; die Rechte von Afroamerikanern; die Umsetzung der Demokratie in der eigenen Kirche. Diese und andere Themen führten auch zu Konflikten und unüberbrückbaren Spannungen, die sogar zu Spaltungen führten. Aber das konsequent auf Entscheidungsfindung im Gespräch aufbauende Konferenzsystem der Methodisten führte auch zu Versöhnung und Wiedervereinigung. Im seit 1968 gültigen englischen Namen der weltweiten Kirche schlägt sich das sogar wörtlich nieder: »United Methodist Church«.

Spaltung und Versöhnung

1830 kam es zur Spaltung über der Frage, ob außer den ordinierten Reisepredigern auch die Laien an den Entscheidungen der Kirche zu beteiligen sind. Die »Methodist Protestant Church« führte als erste die heute selbstverständliche gleichberechtigte Beteiligung der Laien bei den Konferenzen ein.

1844 spaltete sich die Bischöfliche Methodistenkirche der Südstaaten der USA als »Methodist Episcopal Church South« ab. Anlass hierfür war die in den Nordstaaten beschlossene Forderung an die Mitglieder, die Sklavenhaltung aufzugeben. Die Sklavenbesitzer in den Südstaaten waren dazu nicht bereit.

Diese Trennungen hielten bis 1939 an, als sich diese drei Kirchen zur »Methodist Church« vereinigten.

Daneben entstanden in den USA auch einige afroamerikanische methodistische Kirchen: 1816 die »African Methodist Episcopal Church«, 1821 die »African Methodist Episcopal Zion Church«, 1870 die »Colored Methodist Episcopal Church« (1954 in »Christian Methodist Episcopal Church« umbenannt).

Auch die Deutsch sprechenden Amerikaner fanden zunächst keine Heimat in der Bischöflichen Methodistenkirche. So entstanden in den USA zwei deutschsprachige Kirchen methodistischer Prägung: Die »Kirche der Vereinigten Brüder in Christo«, gegründet 1800 durch Philip William Otterbein (1726-1813) und Martin Böhm (1725-1812), sowie die »Evangelische Gemeinschaft«, die 1809 von Jakob Albrecht (1759-1808) zunächst unter dem Namen »Neuformierte Methodistenkonferenz« gegründet wurde und 1816 ihren endgültigen Namen erhielt. 1946 vereinigten sich diese beiden Kirchen zur »Evangelischen Gemeinschaft« (Evangelical United Brethren Church).

Am 23. April 1968 vereinigten sich die »Methodistenkirche« und die »Evangelische Gemeinschaft« zur »Evangelisch-methodistischen Kirche«. Der englische Name »United Methodist Church« (united = vereinigt) drückt die Dankbarkeit über die Versöhnung und Vereinigung nach all diesen Trennungen aus. Dies kommt auch in einem Gebet zum Ausdruck, mit dem die Vereinigung vollzogen wurde: »Herr der Kirche, in Dir sind wir vereint, in Deiner Kirche und nun in der Vereinigten Methodistischen Kirche«.