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Bischöfin Rosemarie Wenner

Freitag, 28. September 2007

»Gott sei Dank«

In diesen Wochen dürfen wir uns wieder der Ernte dieses Jahres erfreuen.

Da ich mein Brot und Obst im Supermarkt kaufe, kann ich den elementaren Zusammenhang von Saat und Ernte leicht aus den Augen verlieren. Das wurde mir erneut auf einer meiner dienstlichen Reisen bewusst. Bei einem Besuch unserer Partnerkirche in Mosambik lernte ich vor einigen Monaten das Landwirtschaftsprogramm in Cambine kennen. Menschen werden zur Selbsthilfe angeleitet: Studenten lernen, wie sie Produkte für den Eigenbedarf anpflanzen können. Schülerinnen der Berufsfachschule und Kinder aus dem Waisenheim sind mit einbezogen in die Aufzucht von Mais, Gemüse und Ananas und die Pflege der Hühner, deren Eier den Speisezettel bereichern. Die Menschen in Mosambik sind unmittelbar abhängig von dem, was sie auf ihren Feldern ernten. Wenn der Regen ausbleibt oder das Bewässerungssystem mal wieder nicht funktioniert, wird der Speisezettel karg sein. Wenn eine Flut die Ernte zerstört, kehrt Hunger ein.

Dass wir genug zu essen haben, ist Grund zum Danken und gleichzeitig Anstoß, global zu denken und verantwortlich zu handeln. Denn wir leben in weltweiter Gemeinschaft auf Gottes Erde. In einem Abendmahlslied singen wir: »Alle Menschen dieser Erde / nehmen Brot aus Gottes Hand. / Wenn auch sie es wieder teilen, / wird man satt in jedem Land.« (Text: Karl Heinz Voigt 1999 / Hans Lanz 2000; EM 523,2). An Erntedank können wir uns den Blick weiten lassen, um aus frohem Herzen zu teilen.

Bischöfin Rosemarie Wenner

Foto: Claus Kellner, © Medienwerk der EmK