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Montag, 19. November 2007

Aufruf zur 49. Aktion »Brot für die Welt«

Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt

Fairändern - Bäuerliche Landwirtschaft stärken

Auf der südlichen Erdhalbkugel verlieren Jahr für Jahr Millionen von Kleinbauern und -bäuerinnen Land, das sie bewirtschaften und auf dem sie die Nahrungsmittel, von denen sie leben, anbauen können. Sie verlieren damit eine wichtige Grundlage ihrer Existenz. Sie müssen sich als Tagelöhner durchschlagen oder wandern in die Slums der Großstädte – mit erst großen, dann enttäuschten Hoffnungen.

Auch in Europa sehen sich Landwirtinnen und Landwirte gezwungen, Hof und Tradition aufzugeben. Viele fahren dann Öl oder Möbel; denn LKW zu fahren haben sie auf dem Trecker gelernt. Eine Folge der Globalisierung: Bäuerliche Betriebe konkurrieren weltweit mit großen Agrokonzernen, die für den weltweiten Konsum produzieren und auch den Handel beherrschen. Sie haben schlechte Karten, wenn sie nicht das Geld für große Flächen, Maschinen und Chemikalien haben. Ihre Chancen stehen schlecht, wenn ihnen die weltweiten Vermarktungsmöglichkeiten fehlen. Mit Fairness haben die Regeln des globalen Handels mit Nahrungsmitteln wenig zu tun.

Der Prophet Micha hatte eine große Vision: »Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken« (4,4).

Keiner macht den Bauern das Land streitig, das schon ihre Väter bebaut haben. Sie werden ihre Felder bestellen und danach Zeit zur Rast haben, statt zum Nebenjob zu hasten, um die Familie zu ernähren. Sie werden nicht bedroht von den Begehrlichkeiten der Großgrundbesitzer und von Exportinteressen. Es geht nicht um die Vision eines Propheten – es geht um Gottes Willen, um seine Spielregeln.

Die Aktion »Brot für die Welt« macht sich für Gottes Spielregeln stark. Wir setzen uns dafür ein, dass bäuerliche Betriebe auch in der Zukunft ihr Land beackern. Damit dies erreicht wird, müssen die Spielregeln der Globalisierung geändert werden – fairer werden. Deshalb ist unser Schwerpunkt in diesem Jahr: Fairändern – Bäuerliche Landwirtschaft stärken. Wir tun das. Zum Beispiel in Mittelamerika. Dort unterstützen wir ein Selbsthilfenetzwerk von Bauern. Das teure Hybridsaatgut, das viele Chemikalien braucht um zu gedeihen, wurde ihnen lange von Landwirtschaftsberatern als Wunderheilmittel gegen den Hunger aufgeredet. Es war vor allem wunderbar für die großen internationalen Herstellerkonzerne, die daran kräftig verdienten.

Viele Kleinbauernhöfe hat es fast ruiniert. Nun lernen Bauern miteinander und voneinander, wie sie ihren Ertrag mit eigenen Mitteln standortgerecht steigern und gleichzeitig ökologischer produzieren können. Durch Mischkulturen, Einsatz von lokalem Saatgut und Wechsel der Fruchtfolgen konnten Bauernfamilien aus eigener Kraft und mit eigenem, traditionellem Wissen ihren Ertrag bis um das Dreifache steigern.

Die Idee »Von Bauer zu Bauer« ist mittlerweile zu einer großen Bewegung gewachsen: Bauern und Bäuerinnen aus elf Ländern Mittelamerikas haben sich ihr angeschlossen. Sie lernen gemeinsam, nachhaltig und rentabel für die lokalen Märkte anzubauen. Die Unterstützung von »Brot für die Welt«, Ihre Unterstützung in den Gemeinden, hilft den Bäuerinnen und Bauern auf die eigenen Beine. Ihre Spenden helfen ganzen Dorfgemeinschaften beim Überleben!

Sie können noch mehr tun: Mit dem, was auf Ihren Esstisch kommt, bestimmen Sie mit über die Chancen von Millionen Kleinbauern und treten zugleich für eine ökologisch wie sozial nachhaltige ländliche Entwicklung ein. Helfen Sie, die Spielregeln der Globalisierung fair zu ändern und bäuerlichen Betrieben in Süd und Nord die Chance zu geben, weiter gute Nahrungsmittel zu
produzieren!

Vielen Dank!

Für die Evangelische Kirche in Deutschland:
Bischof Dr. Wolfgang Huber
Für das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland:
Präsident Klaus-Dieter Kottnik
Für die Freikirchen:
Bischof Hans-Jörg Voigt (Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche)
Für den Ausschuss für Ökumenische Diakonie:
Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter