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Wenner

Mittwoch, 23. Dezember 2009

»Frieden auf Erden«

Weihnachtsbotschaft von Bischöfin Rosemarie Wenner

»Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens«, mit diesen Worten gibt der Evangelist Lukas in seiner Weihnachtsgeschichte den Gesang der Engel wieder.

Ich bin gerade von einer Afrikareise zurückgekehrt. Wir waren in Simbabwe zusammen, um mit Vertretern der Evangelisch-methodistischen Kirche aus Burundi nach Lösungen in einem schweren Konflikt zu suchen. Wir buchstabierten, wie mühsam der Weg zum Frieden ist. Es ist schwer, einander zuzuhören und wahrzunehmen, dass es unterschiedliche Sichtweisen auf dieselbe Tatsache gibt. Verletzungen heilen langsam und unter Schmerzen. Was in einem vergleichsweise kleinen innerkirchlichen Streit gilt, ist auf der großen weltpolitischen Bühne genauso. Es kostet viel, Feindschaft zu beenden und friedvolle Beziehungen aufzubauen. Doch wir gewinnen unendlich viel mehr dabei. »Frieden auf Erden« wird Realität.

Die Engel auf den Feldern von Bethlehem loben Gott und proklamieren, dass die Welt anders wird. Frieden kehrt ein mit dem Kind in der Krippe, in dem Gott Mensch wurde. Ob wir wirklich aufnehmen, was mit Jesu Geburt geschah? Gott wird ein kleines Kind, hilflos und verletzlich. So wirbt um unsere Liebe und bietet uns die Chance, von innen her erneuert zu werden. Wer dem Christkind vertraut und sich von dem gekreuzigten und auferstandenen Christus mit Gott versöhnen lässt, findet sich nicht ab mit Feindschaft, Gewalt und Krieg, wo immer sie uns begegnen.  Christi Geburt befähigt uns, liebevoller  miteinander umzugehen. Weihnachten lockt uns auf den Weg des Friedens. Lasst uns diesen Weg gehen.

Ich wünsche ein gesegnetes, friedvolles Christfest.

Rosemarie Wenner