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Freitag, 18. Dezember 2009

Glockenschläge für den Klimaschutz

In vielen Ländern der Erde erklangen am dritten Advent 350 Mal Glocken, Muschelhörner oder Trommeln

Um 15 Uhr Ortszeit endete ein ökumenischer Gottesdienst im Dom zu Kopenhagen. Christen in aller Welt haben sich zum Gebet verbunden und ihre Regierungen zu entschiedenem Handeln für den Klimaschutz aufgefordert. Die 350 Glockenschläge stehen für 350 ppm (Teile pro Million). Dies ist nach Ansicht vieler Experten die Höchstgrenze für eine ungefährliche CO² Belastung in unserer Atmosphäre. Inzwischen hat sich der CO² Anteil auf 390 ppm erhöht. Auch die Evangelisch-methodistische Kirche setzt sich dafür ein, dass die Klimakonferenz in Kopenhagen Beschlüsse fasst, die zu einer nachhaltigen Senkung des CO² Ausstoßes beitragen.

Fragen des Klimaschutzes gehören auf die Agenda der Kirche. Davon ist der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche überzeugt. Am 3. November 2009 hat er einen Brief an die Gemeinden mit dem Titel »Gottes erneuerte Schöpfung: Ein Aufruf zum Hoffen und Handeln« verfasst. Begleitend dazu gibt es ein Grundlagendokument.

Der Brief des Bischofsrats beginnt mit folgenden Worten: »Gottes Schöpfung ist in der Krise. Wir, die Bischöfe und Bischöfinnen der Evangelischmethodistischen Kirche können nicht schweigen, wenn Gottes Menschheit und Gottes Planet leiden.« Die Dokumente weisen auf drei zusammenhängende Problemkreise hin: Armut und Krankheit, Umweltfragen sowie Waffen und Gewalt. Der Bischofsrat stellt fest: »Wir sind traurig über den Zustand der Welt, überwältigt vom Ausmaß dieser Probleme und besorgt über die Zukunft. Aber wir sollen auch Gottes Ruf daraus vernehmen. Gott befähigt uns zur Antwort.« Diese Antwort wird in drei Empfehlungen entfaltet:

  • Erstens wollen wir unser Leben an Gottes heiliger Vision orientieren.
  • Zweitens wollen wir soziale und umweltbezogene Heiligung praktizieren.
  • Drittens wollen wir hoffnungsvoll leben und handeln.

Außerdem teilen die Bischöfe und Bischöfinnen neun Selbstverpflichtungen mit. »Wir bitten die Gemeinden, mit uns zusammen nach sozialer und umweltbezogener Heiligung zu streben im Kampf gegen Armut und Krankheit, Umweltzerstörung und angesichts der Zunahme von Waffen und Gewalt«, schreibt Bischöfin Rosemarie Wenner in einem Brief an die Gemeinden. »Wir laden dazu ein, sich mit dem Bischofsbrief und dem Grundlagendokument zu beschäftigen und die darin enthaltenen Themen zu vertiefen.« In Kürze wird die deutsche Übersetzung in einem EmK-Forum-Heft (Bestellung auf www.emk-shop.de) erscheinen. Die weltweit gültigen Texte erinnern die EmK an die Verpflichtungen, die sie in Europa zum Beispiel bei den großen ökumenischen Versammlungen in den vergangenen 20 Jahren eingegangen ist. Sie bringen zum Ausdruck, »wie wichtig weitere Schritte in den USA und in aller Welt sind, um das Anliegen der umweltbezogenenen Heiligung in die Gemeinden zu tragen und die Politik zum wirkungsvollen Handeln herauszufordern«, schreibt die Bischöfin weiter. »Wir Europäer sind aufgerufen, uns auch an weiter gehende Verabredungen zu erinnern und sie umzusetzen.«

Medienwerk der EmK
Klaus Ulrich Ruof