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Mittwoch, 30. Dezember
»Euer Herz erschrecke nicht, glaubt an Gott und glaubt an mich«
Samstag, 26. Dezember
Statt sinnlos böllern lieber spenden!
Mittwoch, 23. Dezember
»Frieden auf Erden«
Dienstag, 22. Dezember
Tue Gutes und rede davon!
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»unterwegs« 26/2009
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Glockenschläge für den Klimaschutz
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Neues von der Weltmission - Infomail 127
Montag, 7. Dezember
»unterwegs« 25/2009
Montag, 7. Dezember
Laien in der Seelsorge - Seminar des Bildungswerk Ost
Freitag, 4. Dezember
»White Christmas« in Norditalien?
Mittwoch, 2. Dezember
Zuversicht - Jahreslosung 2010
Mittwoch, 2. Dezember
»Essen kommen«
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Weihnachtsaktion: Ein Platz zum Lernen in Sierra Leone
Montag, 30. November
Gemeinsame Basis aller Evangelischen gesucht
Freitag, 27. November
Bischöfin Rosemarie Wenner zum Beginn der Adventszeit.
»unterwegs« 26/2009
Weihnachten im Schein des friedlichen Protestes - An Weihnachten spielen die prophetischen Texte des Alten Testaments eine große Rolle: Dort werden das Kommen des Messias und eine neue Zeit angekündigt.
Vor allem deshalb haben diese Texte während der Friedlichen Revolution vor 20 Jahren in der DDR eine große Rolle gespielt. Auch die Parallelität zwischen der 40-jährigen Wüstenwanderung Israels und dem 40-jährigen Bestehen der DDR war ein faszinierender Gedanke, sagt Pastor Thomas Fritzsch im Gespräch mit Michael Putzke.
Herr Fritzsch, warum waren die Bibeltexte in den Friedensgebeten 1989 so wichtig?
Thomas Fritzsch: Ich kann mein Christsein nur vom Wort der Bibel her erklären, das von ganz woanders zu mir und uns Menschen gelangt ist. Es ist das Wort des Lebens. Darum hat es auch in Fragen der gesellschaftlichen und politischen Existenz grundsätzliche Bedeutung. Dieses Wort hat uns Christen in diesen Tagen des »heißen« Herbstes getragen und ermutigt. An uns sollten auch andere sehen, wozu dieses Wort uns Menschen erfüllt und befähigt.
In den Friedensgebeten in Leipzig wurden die Seligpreisungen gebetet. Das schier Unmögliche wurde erhofft. Welche Texte hatten Sie verwendet?
Thomas Fritzsch: Wir hatten nicht die Tradition der Friedensgebete wie in anderen Kirchen. In meiner Erinnerung waren die prophetischen Texte, die Recht und Gerechtigkeit einforderten, sehr bestimmend, dazu die Auszugstradition des israelitischen Bundesvolkes. Selbst im Hinblick auf Gorbatschow ließen sich Vergleiche zum perserkönig Kyros als Retter Israels nicht einfach von der Hand weisen.
Welchen Zusammenhabg haben Sie da gesehen?
Thomas Fritzsch: Kyros wurde 539 vor Christus nach seinem Sieg über das neubabylonische Reich neuer Herrscher über das Volk Israel. Seine Politik aber war von Toleranz geprägt, die den Israeliten im Exil und in der Heimat neue Freiräume in gesellschaftlicher und religiöser Hinsicht eröffnete. Jesaja konnte mit Anklängen an messianische Heilsankündigungen Kyros als Hirten des Gottes Israels beschreiben, so in Jesaja 44, 28 und 45, 1-4. Gorbatschows behutsame Öffnung der uneingeschränkten Vorherrschaft der Sowjetunion gegenüber den Staaten des Warschauer Paktes ließ auch in der DDR die Hoffnung auf Veränderungen wachsen. Die Rufe »Gorbi, Gorbi« am Rande der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR brachten diese Hoffnung in fast liebevoller Weise zum Ausdruck.
Was hat Sie im Herbst 1989 besonders angesprochen?
Thomas Fritzsch: Die auffällige Parallelität zwischen der vierzigjährigen Wüstenwanderung Israels und dem 40-jährigen Bestehen der DDR war natürlich ein faszinierender Gedanke, der sich dadurch aufdrängte, dass nach dieser langen Zeit Israel in das versprochene Land einzog. Sollte es auch für uns nach 40 Jahren ein solches Aufbrechen in ein neues Land geben?
Viele Menschen sind damals in die Kirche gekommen. Wie haben Menschen reagiert, die sonst keinen Kontakt zur Kirche hatten?
Thomas Fritzsch: Es ist schon erstaunlich, dass die vielen Tausend, die sich zum ersten Friedensgottesdienst in und um unsere Kirche in Annaberg versammelten, in großer Stille und Hoffnung und mit Kerzen in den Händen die biblischen Texte, die Worte der Besinnung und die Gebete hörten. Ich weiß von vielen Nichtchristen, dass sie sehr froh waren, dass der Geist der Friedfertigkeit und Absage jeglicher Gewalt den Geist der Demonstrationen maßgeblich bestimmte. Es gab weder eine chinesische noch eine rumänische Lösung. Die Friedliche Revolution lässt sich nur aus diesem Geist des Friedens erklären. »Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete«, soll Politbüromitglied Sindermann gesagt haben.
Welche Bibelworte haben Sie 1989 besonders angesprochen?
Thomas Fritzsch: Zu meinen Lieblingstexten gehört aus dem 5. Mose 8 die Passage, in der mit zwinkernden Augen, von den nicht zerschlissenen Kleidern und Schuhen während der Wüstenwanderung die Rede ist. »Deine Kleider sind nicht zerrissen und deine Füße sind nicht geschwollen diese vierzig Jahre« (Vers 4). Auch heute bin ich noch sehr dankbar für Bewahrung und Lebensqualität in den nicht so leichten Zeiten der »Diktatur des Proletariats«. Psalm 126 ist mir in den Wochen nach dem Fall der Mauer wie die Beschreibung unserer eigenen Situation vorgekommen: »Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, werden wir sein wie die Träumenden« (Vers 1). Aber auch unseren Tränen in den vielen Jahren wir eine Dimension der Veränderung zugeschrieben: »Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten« (Vers 5).
Gab es für Sie auch bewegende nicht-biblische Texte?
Thomas Fritzsch: Ganz wichtig war für mich der persönliche Rückblick Bonhoeffers im Jahr 1943 »Nach zehn Jahren«, in dem er sich sehr selbstkritisch zwischen Widerstand und Anpassung zu finden versucht. Ich habe mich sehr wohl gefragt und von meinen Kindern auch fragen lassen, warum wir manchmal so unbeholfen, ängstlich und opportun uns zu arrangieren versuchten. Ganz sicher muss da manches bei uns aufgearbeitet werden. Aber manches brauchte einfach auch Zeit. Der Aufruf des »Neuen Forums« im September 1989 begann mit der klaren Ansage: »Die Zeit ist reif«. Manches muss eben auch erst reifen.
Welche Weihnachtstexte wurden vor 20 Jahren anders gehört als heute?
Thomas Fritzsch: Natürlich waren es die prophetischen Texte, die wie Jesaja 9 vom »Volk im Finstern« sprachen: »Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht« (Vers 1a), »Du weckst lauten Jubel ... denn du hast ihr drückendes Joch ... zerbrochen« (Vers 2 und 3). Oder von typischen Adventsgestalten wie Simeon, der in großer Erwartung einer kommenden Heilszeit lebte, oder gar die Hirten, die im Dunkeln aufbrachen, um das Licht des Lebens zu entdecken. Der Kerzenschein des Weihnachtsfestes 1989 bekam durch den vielfachen Schein der Kerzen in den Händen der Menschen in den Herbsttagen auf den Straßen noch eine viel intensivere Bedeutung.
Was ist für Sie geblieben von der Friedlichen Revolution vor 20 Jahren?
Thomas Fritzsch: Zuerst ein tiefe Dankbarkeit für diese »Wunder biblischen Ausmaßes«. Zur Erinnerung an den ersten Friedensgottesdienst in Annaberg wurde auch in diesem Jahr zu einem Gedenkgottesdienst eingeladen. Etwas fünfhundert Menschen zogen wir vor zwanzig Jahren an der ehemaligen SED-Kreisleitung und dem Volkspolizei-Kreisamt vorbei zum Rathaus Annaberg. Dort sprach mich ein bekannter Holzbildbauer aus der Region an, dass dieser Tag vor zwanzig Jahren der schönste in seinem politischen Leben gewesen sei. Ich konnte dem nur zustimmen.
Thomas Fritzsch ist Pastor in Schönheide/Stützengrün. 1989 war er Pastor in Annaberg-Buchholz. Am 4. November öffnete er die Türen der EmK-Kirche für ein Friedensgebet.

