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Alle Meldungen 2009
Sonntag, 25. Oktober
Mitleiden - überall in der Welt
Donnerstag, 22. Oktober
Jetzt erhältlich
Mittwoch, 21. Oktober
»Wir sind das Volk!«
Donnerstag, 15. Oktober
Zehn Jahre »Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre«
Sonntag, 11. Oktober
»unterwegs« 21/2009
Samstag, 10. Oktober
»Unrecht Unrecht nennen!«
Freitag, 9. Oktober
Neues von der Weltmission - Infomail 124
Dienstag, 6. Oktober
Hilfe für Opfer der Naturkatastrophen in Asien
Freitag, 2. Oktober
Christen machen Geschichte
Donnerstag, 1. Oktober
Politiker in der EmK
Donnerstag, 1. Oktober
Africa University aktuell
Mittwoch, 30. September
»unterwegs« 20/2009
Dienstag, 29. September
»Märkte« - Kalender evangelischer Missionswerke 2010
Montag, 28. September
75 Jahre Evangelisch-methodistische Gemeinde Beierfeld
Montag, 28. September
Musical »Das lebendige Buch«
»Wir sind das Volk!«
In diesen Wochen wird auf vielfältige Weise erinnert an den 9. November 1989.
Ob in der Presse, im Fernsehen oder im Internet - überall wird der Rückblick mit dem Wort WUNDER verbunden. Und das mit gutem Recht. Denn schließlich war die SED-Regierung noch im Oktober 1989 der festen Überzeugung, dass die Mauer auch in hundert Jahren stehen würde.
Für tausende Menschen war das Grund genug, auf Umwegen das Land und damit das »Gefängnis DDR« zu verlassen. Diejenigen, die blieben, machten deutlich, dass sie sich nicht länger mit der Unfreiheit und Ungerechtigkeit einer Diktatur abfinden wollen und gingen auf die Straße.
Die Friedensgebete in den Kirchen waren dabei Ausgangpunkt für die Demonstrationen mit dem Ruf »Wir sind das Volk!«. Dass es dabei friedlich blieb und die Kerzenmärsche nicht mit Waffengewalt aufgelöst wurden, ist wirklich ein Wunder. Heute können wir uns die Ereignisse mit einer Kette von Entscheidungen und Missverständnissen etwas verständlicher machen. Aber es bleibt letztlich unbegreiflich.
Unfassbar der Augenblick, als Schabowski in der Pressekonferenz am 9. November verlas, dass jeder die Grenze passieren könne - und zwar: ab sofort.
Die kommenden Ereignisse überschlugen sich. In jeder Nachrichtensendung gab es eine unglaubliche Neuigkeit. Das Land war im Ausnahmezustand, die Menschen im Freudentaumel. Diese friedliche Revolution sollte von nun an nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa grundlegend verändern.
Ich bin schon oft gefragt worden, was denn für mich als Pastor in dieser Zeit besonders eindrücklich war. Nun - das mag manchem banal vorkommen: Das Predigen fiel mir in dieser Zeit besonders leicht, weil ich als Pastor genau das Gleiche erlebte wie meine Gemeindeglieder. Alle nahmen intensiv Anteil an den Ereignissen und Nachrichten.
Neben dem dankbaren Hochgefühl der Freiheit und der Hoffnung gab es aber auch die Herausforderung, das Neue mit zu gestalten. Obwohl ich im Herbst 1989 ganz neu in Zschopau war, wurde ich als Pastor der EmK zum Vorsitzenden des »Runden Tisches« gewählt.
Dem schloss sich nach den darauffolgenden Kommunalwahlen eine vierjährige Zeit als Abgeordneter im Stadtparlament an. Das war eine besondere Zeit. Ich möchte sie schon deshalb nicht missen, weil ich nie wieder mit so vielen Menschen außerhalb der Gemeinde Kontakt hatte - eine Situation, die ich seither vermisse. Manchmal frage ich mich, was gewesen wäre, wenn es die Wende vor 20 Jahren nicht gegeben hätte. Einzelne Erinnerungen (z.B. Schule oder Armee) sind hin und wieder albtraumhaft präsent. Aber: Gott sei Dank! Es ist vorbei. Ich weine der DDR keine Träne nach. Statt dessen freue ich mich über den »Aufbau Ost« und die sprichwörtlich »blühenden Landschaften« in meiner alten Heimat. Es lohnt sich, diesen schönen Teil Deutschlands neu zu entdecken und sich dankbar mit zu freuen an dem Wunder des Mauerfalls.

