Rosemarie Wenner, Bischöfin der EmK in Deutschland und Larry M. Goodpaster, Präsident des Bischofsrats der EmK und Bischof der Western North Carolina Conference

Rosemarie Wenner, Bischöfin der EmK in Deutschland und Larry M. Goodpaster, Präsident des Bischofsrats der EmK und Bischof der Western North Carolina Conference

Gedenken

Gedenken an den 11. September: EmK-Bischöfe rufen zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit auf

Die Terroranschläge in New York, Washington und Pennsylvania jähren sich am Sonntag zum zehnten Mal.

Viele Menschen können sich genau erinnern, wie das war, als sie von diesen Angriffen hörten und die Bilder von den Flugzeugen sahen, die in das World Trade Center in New York flogen. Mit dem 11. September 2001 hat sich die Welt verändert. Im Westen machte sich tiefe Verunsicherung breit. Man rang darum, wie die Antwort auf den Terror auszusehen hat. Der Dialog zwischen den Religionen wurde dringlicher und zugleich schwieriger. Heute fragen wir besorgt, wie der Krieg in Afghanistan beendet und der Wiederaufbau im Irak bewerkstelligt werden können. Der Gedenktag 10 Jahre nach den Terroranschlägen in New York, Washington und Pennsylvania fällt auf einen Sonntag. In den Gemeinden gedenken wir der Opfer und beten für Frieden in einer gebrochenen Welt. Die Erklärung von Bischof Larry M. Goodpaster, Präsident des Bischofsrats der weltweiten EmK, verbindet uns mit Methodisten in den USA. Ich lade ein, seinen Aufruf zur Fürbitte und zum Einsatz für den Frieden zu beherzigen.

Bischöfin Rosemarie Wenner

Botschaft von Bischof Larry M. Goodpaster:

»Im Auftrag des Bischofsrates der Evangelisch-methodistischen Kirche grüße ich Sie im Namen Jesu Christi. Ich nehme den zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 zum Anlass, um gläubige Menschen in aller Welt aufzurufen, sich auch weiterhin für Aussöhnung einzusetzen und ein Beispiel zu sein für Gottes Liebe und Gnade für und in dieser Welt. Für uns als Menschen des Glaubens ist dieser Jahrestag ein Tag der Erinnerung und der Hoffnung zugleich. Keiner von uns, der an diesem denkwürdigen Tag die schrecklichen Bilder von New York, Pennsylvania und Washington gesehen hat, wird sie jemals vergessen. Wir erinnern uns an die vielen unschuldigen Menschen, die an diesem Tag ums Leben gekommen sind. Wir erinnern uns auch an diejenigen, die ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, um inmitten der Verwüstung zu helfen. Wir erinnern uns daran, wie Menschen aus aller Welt uns in unserem Schmerz und unserer Trauer beigestanden haben. Und wir erinnern uns auch an die großzügigen Spenden durch das internationale Hilfswerk der EmK.

Indem wir uns an die Ereignisse vor zehn Jahren erinnern, sind wir auch ein Volk, das durch die Hoffnung auf und den Glauben an Jesus Christus in die Zukunft blickt. Wir verkünden die Botschaft von der Auferstehung, nämlich dass die Zukunft Gottes neuer Schöpfung gehört. Wir leben auf die Zeit zu, wenn die trennende Mauer der Feindschaft abgerissen wird und Gott jede Träne wegwischt und es keinen Tod mehr gibt. In einer Welt voll Gewalt, Rache, Angst, Misstrauen und Hass verkünden wir die Botschaft vom Frieden Gottes. Wir glauben daran, dass Gott für immer in allen Dingen wirkt und dass die Güte und die Gnade Gottes auch die tragischen Ereignisse und Erfahrungen dieser Welt überwinden kann.
Lasst uns in diesen Wochen und Tagen wieder besonders nach dem streben, was John Wesley in seinem Buch »Die Kennzeichen eines Methodisten« über die Heiligung des Einzelnen und der Gesellschaft gesagt hat. Das bedeutet insbesondere, Gutes zu tun und niemanden zu schaden. Erinnert euch an diesen Tag des Schmerzes, aber setzt euch unermüdlich für Frieden und Gerechtigkeit ein. Vor allem lebt als Nachfolger des Friede-Fürsten (Jesaja 9,5+6). Möge die Erinnerung an diesen Tag uns anspornen, in unserem Bemühen um Frieden nicht nachzulassen.

Larry M. GoodpasterPräsident des Bischofsrats derEvangelisch-methodistischen Kirche undBischof der Western North Carolina Conference