Initiative Hoffnung

Hoffnung mit dem halben Mantel

Im Bundestag starteten christliche Jugendverbände die »Initiative Hoffnung«

Martins Mantel war aus Leder, genauer gesagt, aus braunem Leder. Und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) fand ihn zum Zerschneiden dann auch viel zu schade. Aber genau das wollen die Jugendlichen tun, die sich am Mittwoch im Deutschen Bundestag den Mantel von der Politikerin überreichen ließen. Gut 100 christliche Teenager hatten sich zum offiziellen Start der Initiative »Hoffnung – Dienen mit Wort und Tat« im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Deutschen Bundestags versammelt.

Dabei handelt es sich um eine Kampagne, die von Christen aus rund 30 Kirchen, Jugendverbänden und Organisationen getragen wird und Jugendliche auffordert, so wie der legendäre Bischof Martin von Tours »das Liebesgebot von Jesus Christus in ihrer Stadt praktisch auszudrücken.« Wie das geschehen kann, schilderte Pastoralreferent Veit Claesberg vom freikirchlichen Jugendforum Wiedenest bei der Eröffnung der Aktion: »In einer Stadt haben Jugendliche die Reste der Sylvesterknaller aufgefegt, anderswo sind sie mit Geschenken für Ärzte und Schwestern ins Krankenhaus gegangen.« Katrin Göring-Eckardt jedenfalls freute sich sichtlich über das Engagement der Jugendlichen. Sie forderte die Teenager auf, »mit offenen Augen durch die Welt zu gehen«. »Achtet auf die kleinen Dinge des Alltags, und darauf, wie man sie verändern kann«, sagte die Politikerin aus Thüringen, die auch Präsidentin des Dresdener Evangelischen Kirchentags und Präses der EKD-Synode ist. Zum Start der Initiative gab sie den Jugendgruppen ein leeres »Hoffnungsbuch« mit auf den Weg. Darin sollen die Aktionen der Gruppen gesammelt werden. »Und ich freue mich darauf, es im Herbst gut gefüllt zurückzubekommen.«

Bis Ende Dezember 2010 hatten sich insgesamt 200 Jugendgruppen bei der Initiative zum Mitmachen angemeldet. Beteiligt waren nach Angaben der Veranstalter Gruppen aus dem zu den landeskirchlichen Gemeinschaften gehörenden Deutschen EC-Verband ebenso wie einzelne CVJMs, Gruppen aus den Brüdergemeinden, den Baptistengemeinden und der Evangelisch-methodistischen Kirche. Auch freie Werke wie die Deutsche Zeltmission und der Wetzlarer Evangeliums-Rundfunk unterstützen die Initiative, in deren Vorstand sich auch der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete und ehemalige Heilsarmee-Offizier Frank Heinrich (CDU) befindet.

Benjamin Lassiwe

www.initiativehoffnung.de