Sanktionen

Noch mehr Einschränkungen für die Methodisten auf Fidschi

Die Regierung des südpazifischen Inselstaates hat mit Ausnahme der sonntäglichen Gottesdienste alle Versammlungen der Methodistenkirche verboten.

Religionsfreiheit sieht anders aus. Nachdem schon die Bewilligung zur Durchführung der Jährlichen Konferenz der Methodistenkirche von Fidschi und Rotuma am Vorabend des Beginns der Veranstaltung entzogen worden war, hat die Regierung von Fidschi nun auch ein weitgehendes Versammlungsverbot gegen die Methodistenkirche verhängt. Nur die sonntäglichen Gottesdienste sind davon ausgenommen. Dieses in seiner Härte bisher noch nie dagewesene Vorgehen verunmöglicht bis auf weiteres die Durchführung von Hauskreisen, Frauengebetskreisen, Chorproben, Treffen von Jugendgruppen und auch alle Sitzungen von Leitungsgremien der Gemeinden sowie der ganzen Kirche. Darüber hinaus ist den Pfarrern der Methodistenkirche auch verboten worden, das Land zu verlassen, um an internationalen Tagungen und Konferenzen teilzunehmen.

Die Methodistenkirche, die als einzige Kirche von solchen Massnahmen der Regierung betroffen ist, hat mit Gebet und Fasten reagiert. Eine geplante Pressekonferenz wurde letzte Woche aus Angst vor weiteren Inhaftierungen abgesagt.

Australien, Neuseeland, die USA sowie die EU haben Sanktionen gegen den südpazifischen Inselstaat verhängt, weil die Militärregierung die Frist zur Ansetzung demokratischer Wahlen ungenutzt verstreichen liess. In der Hauptstadt Suva sind erste Anzeichen sozialer Unruhen festzustellen; so sind beispielsweise Polizeistationen angegriffen und Wände mit Parolen beschrieben worden. Dies weckt Sorgen um die Stabilität des Landes. Gegen die Regierung zu sprechen gilt als Hochverrat, und regimekritische Äusserungen ins Ausland zu senden beziehungsweise aus dem Ausland zu empfangen, wird als kriminelle Handlung betrachtet.

Der Weltrat Methodistischer Kirchen hat sich sehr besorgt über die gegenwärtige Situation gezeigt. In einem Aufruf an die weltweite methodistische Familie bittet er um Gebete für die Kirche und ihr Zeugnis sowie um Briefe der Solidarität und Ermutigung an die Methodistische Kirche von Fidschi und Rotuma. Ausserdem wird angeregt, in Schreiben an Premierminister Frank Bainimarama die Besorgnis über die aktuelle Situation zum Ausdruck zu bringen und um Aufhebung der strengen Sanktionen gegen die Methodistische Kirche zu bitten.

Quellen: Methodist Church in Britain / World Methodist Council / emk-schweiz.ch