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Alle Meldungen 2012

Donnerstag, 8. November
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Montag, 5. November
Wertvolle Erfahrungen

Samstag, 3. November
»Der Welt dienen«

Donnerstag, 1. November
Aufbruch der EmK in Nordafrika

Dienstag, 30. Oktober
KU-Studie angelaufen

Montag, 29. Oktober
Gottesdienst im Brauhaus

Mittwoch, 24. Oktober
Ein Europa für die Welt

Samstag, 28. Januar 2012

»Musik ist eine Brücke«

Sein Name ist untrennbar mit der christlichen Musikszene in Deutschland verbunden: Friedrich Hänssler, langjähriger Inhaber des gleichnamigen Verlags, der heute zur Stiftung Christliche Medien gehört.

Zusammen mit Helmuth Rilling brachte er eine Ausgabe sämtlicher Bachwerke auf den Markt, zahlreiche moderne Kirchenlieder erschienen in seinem Verlag. Zum Jahr der Kirchenmusik hat Benjamin Lassiwe mit ihm gesprochen.

Welche Musik hören Sie am Liebsten?

Friedrich Hänssler: Im Laufe der Zeit hat sich natürlich mein recht breit angelegter Musikgeschmack immer wieder einmal gewandelt. Aber am Liebsten höre und beschäftige ich mich mit Johann Sebastian Bach. Das war dann auch der Grund für die Gesamtausgabe seiner Werke auf 172 CDs, die wir mit Helmuth Rilling aufgenommen haben. Meine erste selbstgekaufte Schallplatte war allerdings die »Psalmensymphonie« von Igor Strawinsky.

Warum wird Bach bis heute gehört, während vieles andere aus dieser Zeit vergessen ist?

Friedrich Hänssler: Es ist nichts so beständig, wie die Veränderung. Das gilt auch für geistliche Lieder wie für Choräle. Bei der unerbittlichen Sichtung, die die Zeit über die Jahrhunderte hinweg vornimmt, bleibt eben nur beste Qualität übrig. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass die Choräle eines Paul Gerhardt und eines Philipp Nicolai und anderer durch schwere Lebenssituationen zu echten Glaubenszeugnissen geworden und bis heute auch geblieben sind.

Jahrhundertelang hat es in den Kirchen ähnliche Lieder gegeben.Warum geht es heute so auseinander?

Friedrich Hänssler: Das ist schwer zu beantworten. Ich will jetzt nicht den Begriff der Parallelgesellschaften verwenden, aber vielleicht liegt es daran, dass sich die Kirchen stärker auseinanderentwickelt haben. In den Landeskirchen waren die Kirchentage wichtige Ereignisse für die Kirchenmusik. Ihr Liedgut ist in die Gemeinden eingezogen. Die Freikirchen und ähnliche Gruppierungen hingegen waren eher kirchentagsabstinent. Sie waren mehr mit den USA verbunden, und haben von dort viel Impulse übernommen: Im Musikstil wie in den Texten.

Im Liederbuch der Kirchentage findet sich der Verlegername Hänssler genauso wie in den Gesangbüchern mancher Freikirche. Wie überbrücken Sie den Graben zwischen den Kirchen?

Friedrich Hänssler: Manches hat man als Verleger gar nicht in der Hand. Musik ist immer selbst eine Brücke. Ich habe festgestellt, dass sich manche Dinge, die in Komponistenwerkstätten entstanden sind, zu Recht nicht durchgesetzt haben. Wenn aber ein Lied, wie »Vertraut den neuen Wegen«, plötzlich mit bestimmten Ereignissen verbunden wird, wie damals dem Mauerfall, dann setzt es sich durch – unabhängig von Komponist, Texter, Verleger oder Kirche. Zudem wird ein neues Lied dem Echtheitstest der singenden Gemeinde unterworfen.

Welche Herausforderungen für die Kirchenmusik sehen Sie im »Jahr der Kirchenmusik«?

Friedrich Hänssler: Die Aufgabe der Kirchenmusik ist schwerer geworden – überall ertönt der Ruf, dass die Gottesdienste lebendiger werden sollen. Dabei steht so vieles im Angebot. Meiner Ansicht nach ist die Aufgabe der Kirchenmusik, die Kriterien, die das Neue Testament uns vorgegeben hat, wieder neu zu beachten: Hin zur Gemeinde, hin zu Gott und hin zum Nächsten. Martin Luther gibt uns da eine Leitlinie, wie das zu geschehen hat: »Es muss beides, Text und Noten, Accent, Weise und Gebärde aus rechter Muttersprache und Stimme kommen.«

Und was wünschen Sie sich von der Kirchenmusik?

Friedrich Hänssler: Zunächst einmal, dass generell wieder viel mehr gesungen würde. Im Gottesdienst, in der Familie, auch in der Schule. Die ständige Berieselung mit Musikkonserven, oft zweifelhafter Art, ist für das Singen keinesfalls förderlich. Ich sehe einen gewissen Niedergang bei Jugendchören, einen steigenden Altersdurchschnitt bei Laienchören, auch bei Kirchenchören. Nur bei der Gospelmusik gibt es ein großes Wachstum – sie entspricht den Lebensäußerungen mancher Menschen heute vielleicht mehr. Entscheidend scheint mir, dass zeitgenössische Dichter und Komponisten und Ausführende Formen finden, bei denen sie vom Bibelwort erfüllt sind, dass sie dessen Bote sein möchten.

Friedrich Hänssler

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