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Alle Meldungen 2012

Donnerstag, 8. November
Hilfe für Hurrikan-Opfer

Montag, 5. November
Wertvolle Erfahrungen

Samstag, 3. November
»Der Welt dienen«

Donnerstag, 1. November
Aufbruch der EmK in Nordafrika

Dienstag, 30. Oktober
KU-Studie angelaufen

Montag, 29. Oktober
Gottesdienst im Brauhaus

Mittwoch, 24. Oktober
Ein Europa für die Welt

Dienstag, 24. April 2012

Die EmK richtet sich neu aus

Am 24. April beginnt in Tampa/Florida (USA) die Tagung der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Elf Tage befasst sich das höchste Gremium unserer Kirche mit aktuellen Themen und Anträgen.

Unter anderem ist eine grundlegende Änderung der internationalen Arbeitszweige geplant. Aus der Zentralkonferenz Deutschland nehmen sechs Delegierte sowie Bischöfin Rosemarie Wenner teil. Reinhold Parrinello hat sich durch die Akten gearbeitet und stellt die wichtigsten Themen aus deutscher Sicht vor.

Anträge des Kirchenvorstands Deutschland

Die Generalkonferenz (GK) organisiert die Arbeit der EmK in den USA und auf Weltebene und nimmt in Resolutionen Stellung zu Fragen der Gegenwart. Auch die Sozialen Grundsätze werden von der GK weiterentwickelt. Darum geht es in den meisten Anträgen des deutschen Kirchenvorstands an die GK:

Hersteller sollen gentechnisch veränderte Nahrungsmittel kennzeichnen (Klarstellung von Artikel 160 G). Die Anwendung von Gentechnik bei Nahrungsmitteln sei zweifelhaft. Die EmK soll gentechnikfreie Lebensmittel befürworten (Artikel 160 O).

Die Ablehnung von Gewalt in den Medien soll deutlicher gefasst werden (Artikel 162 S).

Der Artikel über den Wehrdienst soll inhaltlich beschränkt werden auf die pastorale Betreuung während des Wehrdiensts und auf die Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen (Artikel 164 I). Das ökumenische Leitbild vom gerechten Frieden soll in die Sozialen Grundsätze Eingang finden (Artikel 165 C).

Die Kirchenglieder sollen aufgerufen werden, Energie zu sparen. Die EmK soll Atomenergie ablehnen und sich hauptsächlich für die Entwicklung erneuerbarer Energieformen einsetzen (Artikel 160 B).

In Anwendung des Briefs des Bischofsrats »Gottes erneuerte Schöpfung – Ein Aufruf zum Hoffen und Handeln« (siehe EmK-Forum-Heft 35, Seiten 12 bis 13) soll Kohlendioxid-Ausstoß in der EmK vermieden, verringert oder ausgeglichen werden. Dieser Antrag fordert konkrete Schritte. Er wird von der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa unterstützt.

Anträge aus Europa

Wichtiger als die oben genannten Detailanträge zu den Sozialen Grundsätzen ist der gemeinsame Antrag der drei europäischen Zentralkonferenzen sowie der GK-Behörde für Kirche und Gesellschaft. Sie bitten die Generalkonferenz dafür zu sorgen, dass die Sozialen Grundsätze grundlegend überarbeitet werden. Dazu soll ein Ausschuss gebildet werden, dessen Mitglieder den weltweiten Charakter der EmK widerspiegeln. Die Sozialen Grundsätze sollen mit einer klaren theologischen Grundlegung und einem wesleyanischen Verständnis vom Heil beginnen. Sie sollen in einer knappen und weltweit bedeutsamen Weise geschrieben sein, die Raum lässt für regionale und lokale Auslegung und Anwendung.

Anträge an die Generalkonferenz mit Gesellschaftsbezug sind häufig umstritten. Deshalb ist offen, ob die GK diesen Anträgen folgen wird.

Die Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa, Deutschlands Nachbar im Westen, Süden und Osten, beantragt, dass die Ausweitung der Arbeit in Rumänien und in Belgien in der Verfassung, Lehre und Ordnung dokumentiert wird. In Brüssel haben Glieder der EmK, die aus der Demokratischen Republik Kongo kommen, eine Gemeinde gebildet, die der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich angegliedert ist. In Cluj, Rumänien, hat sich eine unabhängige Gemeinde der EmK angeschlossen, die zur Provisorischen Jährlichen Konferenz Bulgarien gehört.

Der schwedische Teil der EmK hat sich mit der Missionskirche und dem Baptistischen Bund zu einer gemeinsamen Kirche zusammengeschlossen. Die Jährliche Konferenz Schweden beantragt daher, dass die GK diese Kirche als eine mit der EmK verbundene vereinigte Kirche annimmt. Mit der EmK verbundene vereinigte Kirchen dürfen an die GK Delegierte (ohne Stimmrecht) entsenden.

Weitere Anträge mit Bezug zu Zentralkonferenzen

Wurde die Arbeit der EmK in Malawi von der GK 2008 von einer »Mission« zu einer Missionskonferenz erhoben, ist nun eine weitere Aufwertung beantragt: In Malawi soll eine Provisorische Jährliche Konferenz sich neu aus entstehen. Die EmK-Weltmission fördert mit Mitarbeitern und Projekten den Aufbau der EmK in diesem afrikanischen Land.

Die EmK wächst in Afrika rasant. Deshalb sollen die Gebiete der afrikanischen Zentralkonferenzen (ZK) erweitert werden: die ZK Afrika um Äthiopien und Swasiland, die ZK Kongo um die Zentralafrikanische Republik und die ZK Westafrika um Burkina Faso, Guinea-Bissau, Kamerun, Mali und Niger. Die ZK Kongo soll einen vierten Bischof erhalten.

Der Bischofsrat beantragt, für die theologische Ausbildung in den Zentralkonferenzen Geld bereitzustellen. Dies sei erforderlich, weil die EmK in vielen Zentralkonferenzen wächst und daher ein steigender Bedarf an theologischer Bildung in Ländern außerhalb der USA bestehe. Die Geldreserve soll für das Jahrviert 2013 bis 2016 mit fünf Millionen US-Dollar (etwa 3,8 Millionen Euro) ausgestattet werden.

Der Studienausschuss für die weltweite Natur der EmK bringt einige Vorschläge ein: In das Book of Discipline (BoD; deutsch: Verfassung, Lehre und Ordnung) soll ein Bund für die weltweite Natur der EmK aufgenommen werden. Die GK soll klarstellen, welche Teile des BoD für die Gesamtheit der EmK gelten, welche durch die Zentralkonferenzen angepasst werden dürfen. Die GK soll auch klären, wie die GK-Behörden in einer weltweiten, statt einer US-zentrierten EmK funktionieren. Die GK möge einen Prozess in den Jährlichen Konferenzen in Gang setzen, der ein vorgeschlagenes neues Modell für eine weltweite EmK untersucht. Daraus können Anträge zu größeren Strukturänderungen an die GK 2016 erwachsen.

Weitere Themen

Wie seit 1972 auf jeder Generalkonferenz, dürfte auch 2012 die Diskussion um Homosexualität heiß entbrennen. Vor allem in den USA wird dieses Thema sehr kontrovers diskutiert – nicht nur in den Kirchen. Zu diesem Thema gibt es eine Flut inhaltlich gegensätzlicher Anträge. Der Bischofsrat hat jüngst dazu aufgerufen, auch bei diesem Thema nicht zu vergessen, dass wir Christen zur Einheit berufen sind. Bei der GK sind besondere Gesprächsphasen vorgesehen, in denen das »Aufeinander Hören« praktiziert werden soll.

Viele weitere Themen und Anträge werden behandelt werden. Ein Schwerpunkt wird dabei im »Aufruf zum Handeln« des Bischofsrats liegen. Die Tagesordnung ist sehr voll. Tägliche Gottesdienste laden zum Nachdenken ein, geben spirituellen Halt und lassen zur Ruhe kommen.

Interessierte können unter den folgenden Links Zusammenfassungen von Berichten an die GK in deutscher Sprache einsehen:

undefinedSummaries of GC Reports 2012, Vol. 2, Sec. 1, German

undefinedSummaries of GC Reports 2012, Vol. 2, Sec. 2, German

Reinhold Parrinello

Foto: Mike DuBose, Generalkonferenz 2008, Fort Worth, Texas