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Montag, 6. Februar 2012

»Innehalten ist lebenswichtig«

»Da hilft nur beten« – das sagen viele Menschen meist mit einem leichten Anflug von Ironie. Will heißen: Wir haben alles versucht, aber es hat nicht geholfen.

Bischöfin Rosemarie Wenner lädt uns dazu ein, es andersherum anzugehen – und schon jetzt für die kommende Generalkonferenz zu beten.

Vor kurzem war ich wieder im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland in Hannover. Als um 12 Uhr in der nahe gelegenen Kirche die Glocken zu Mittag läuteten, unterbrach einer der Gesprächsteilnehmer seine Rede, obwohl wir gerade in einem intensiven Gedankenaustausch waren. »Wenn die Glocken läuten, nehmen wir uns hier im Haus Zeit zum Gebet«, sagte er. Der Sitzungsleiter betete mit uns. Nach dieser Zäsur setzten wir die Beratungen fort. Ich hatte dieses Mittagsgebet nicht zum ersten Mal erlebt. Es beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. Wie gut, wenn man sich unterbrechen lässt im geschäftigen Tun, um sich zu vergegenwärtigen, dass unser Einsatz vergebens wäre ohne die segnende, Leben spendende und Frieden schaffende Kraft Gottes. Leider gibt es nur wenige Orte, an denen man um 12 Uhr mittags das Glockenläuten einer Kirche hört. Es fehlt die laute Erinnerung, dass es Zeit sein könnte, den Alltag zu unterbrechen, um an Gott zu denken und ihn anzurufen. In den kommenden Wochen will ich trotzdem versuchen, mitten am Tag eine Zäsur zu setzen. Ich will mir Zeit nehmen, um für die Generalkonferenz zu beten, die vom 24. April bis 4. Mai in Tampa in Florida stattfinden wird. In diesen Wochen trifft man sich rund um den Erdkreis zu Vorbereitungssitzungen.
Zu einem solchen Treffen werde ich nach Manila auf die Philippinen reisen. Die Delegierten beginnen, die vielen Petitionen zu lesen, über die sie zu entscheiden haben. Auch bei dieser Generalkonferenz werden kontroverse Themen diskutiert. Die Delegierten aus Afrika, den Philippinen und Europa kommen mit anderen Fragen als die Mehrzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den USA. Und unter den amerikanischen Konferenzmitgliedern gibt es gegensätzliche Vorstellungen, ob die Kirche zum Beispiel praktizierende Homosexuelle zum ordinierten Dienst zulassen oder homosexuelle Paare kirchlich trauen soll – um nur ein Themenfeld zu benennen, bei dem die Meinungen auseinandergehen. Außerdem liegen Vorschläge zur Umgestaltung der gesamtkirchlichen Arbeit auf dem Tisch, die von einigen begrüßt und von anderen gefürchtet werden. »Wir können nur beten«, sagen manche Kollegen mit einem Schmunzeln.

Es kommt nicht nur auf uns an

Ich vertraue darauf, dass das Gebet viel bewirken kann, auch bei der Generalkonferenz. Deshalb lade ich dazu ein, mit mir zusammen möglichst täglich für diese Konferenz zu beten, bei der Entscheidungen für den Weg der Evangelisch-methodistischen Kirche in den nächsten vier Jahren getroffen werden.
»Verleih uns Frieden gnädiglich, / Herr Gott, zu unsern Zeiten. / Es ist doch ja kein andrer nicht, / der für uns könnte streiten, / denn du, unser Gott, alleine.« So übersetzte Martin Luther ein altes lateinisches Gebet. Es ist in unserem Gesangbuch unter der Nummer 489 zu finden. Viele evangelische Christen beenden ihr Mittagsgebet mit dieser Liedstrophe. Sie macht uns bewusst: Es kommt nicht nur auf uns

Bischöfin Rosemarie Wenner

 

 

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