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Dienstag, 7. Februar 2012

Traueransprache für Chantal Duran

Eine Trauerfeier ist kein Ort für Schuldzuweisungen. Das hat Steffen Aurich, Pastor der EmK in Hamburg-Wilhelmsburg, bei der Trauerfeier am 7. Februar für die elfjährige Chantal betont.

Das Mädchen war Mitte Januar an einer Überdosis Methadon gestorben. Die Ersatzdroge gehörte nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen ihren drogenabhängigen Pflegeeltern. Chantal besuchte regelmäßig die »Inselarche«, eine Kinderhilfseinrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Hamburg.

Die Frage, warum Gott diese Tragödie nicht verhindert habe, könne auch er nicht beantworten, sagte Aurich. »Wir kennen nicht Gottes Gedanken und sind in einem Fall wie diesem, genau so ratlos wie alle anderen Menschen auch.« Allerdings könne man Gott nicht für das Handeln von Menschen verantwortlich machen. »Wir Menschen sind frei in unseren Entscheidungen und auch für unser Handeln verantwortlich«, betonte Aurich. »Seien wir also etwas vorsichtiger damit, Gott für alles Unheil verantwortlich zu machen.«
Eine Lehre aus der Tragödie sei, dass »wir alle noch viel besser werden müssen und noch viel aufmerksamer, wenn es um das Wohl unserer Kinder geht«.

»Wir glauben daran, dass Chantal nun bei Gott ist«, sagte Aurich. »Dort, wo es nach der Bibel keine Tränen mehr gibt und keinen Tod, keine Traurigkeit und keine Klage und keine Quälerei. Wir dürfen Gottes Zusage vertrauen, dass wir mit Christus auferstehen, und dass wir uns bei Gott wieder vereinen. Chantal ist uns nur voraus.«

Volker Kiemle