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Samstag, 5. Mai 2012

Generalkonferenz ist zu Ende gegangen

Mit einem kurzen Abschlussgottesdienst ist am 4. Mai 2012 die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu Ende gegangen. Das höchste Gremium der weltweiten Kirche hatte seit 24. April in Tampa, Florida (USA), getagt.

Die knapp 1000 Delegierten hatten elf arbeitsreiche Tage lang miteinander beraten. In der zweiten Woche beriet das Plenum die Beschlussanträge, die 13 Ausschüsse in der ersten Woche vorbereitet hatten. Die alle vier Jahre stattfindende Generalkonferenz der EmK war geprägt durch einen wesentlich höheren Anteil von Delegierten von außerhalb der USA als bisher. Unterschiedliche Kulturen und viele nicht Englisch sprechende Delegierte erschwerten die Beratungen.

US-Bischof Scott Jones sieht die Zeit für strukturelle Änderungen hin zu einer Kirche gekommen, die die Bezeichnung »global« verdient. In einem Blog schrieb der Vorsitzende des Ausschusses für das Studium des weltweiter Charakters der EmK am 2. Mai: »Bis wir einige deutliche Änderungen vorgenommen haben, werden wir uns Verwirrung und Schwierigkeiten gegenübersehen. Das wurde diesmal sichtbarer.«

»Diese Generalkonferenz hat zwei kleine, aber deutliche Schritte vorwärts gemacht«, schreibt Bischof Jones weiter. »Der erste Schritt ist die Annahme eines Bundes. Der Studienausschuss hofft, dass dieser Bund unsere Herzen und Sinne formen und größeres gegenseitiges Verständnis und größeren Respekt bringen wird.«
Der zweite Schritt sei die Annahme eines Vorschlags für eine globale Kirchenordnung. Die Teile I bis IV unterlägen künftig nicht einer Änderung durch die Zentralkonferenzen. Für den Teil V werde noch untersucht, welche Abschnitte künftig darunter fielen. »Wenn das klar ist, ist es möglich, eine weltweite Kirchenordnung zu veröffentlichen. Es ist auch möglich, dass die Teile I bis IV sofort in mehreren Sprachen veröffentlicht werden.«

Keine Strukturänderung

Viele Stunden hatten die Delegierten unterschiedliche Vorschläge für eine Strukturänderung der GK-Behörden debattiert. Am letzten Wochenende hatten Delegierte sogar einen neuen Vorschlag als Kompromiss erarbeitet: »Plan UMC«. Er wurde mit kleinen Änderungen angenommen. Der Rechtshof teilte jedoch dem Plenum auf dessen Anfrage am Freitag mit, dass »Plan UMC« der Kirchenverfassung widerspreche. Die Enttäuschung war groß. So ging die Generalkonferenz ohne Restrukturierung zu Ende. Die von den GK-Behörden vorsorglich eingereichten Anträge zur Verminderung der Zahl ihrer Vorstandsmitglieder wurden angenommen.

Am Freitagabend im kurzen Abschlussgottesdienst predigte Bischöfin Rosemarie Wenner, die Präsidentin des Bischofsrates. Den Schwerpunkt ihrer Predigt legte sie auf den Sendungsauftrag der Kirche.
»Wir gehen in eine unbekannte Zukunft«, sagte die Bischöfin. »So war das auch bei den Jüngern. Überraschenderweise sind sie mit Vertrauen gegangen. Sie hatten darauf vertraut, dass Christus sie, auch wenn er nicht mehr sichtbar gewesen ist, auf ihrer Reise führt durch sein Wort und seine starke Gegenwart.«
Wenner weiter: »Christus handelt in unserer Welt. Und Christus ist bereit, mit uns zu arbeiten, so wie wir bereit sind zu gehen. Was für eine Botschaft! Sie lautet: 'Und der Herr wirkte mit ihnen.' Was für eine Zusammenarbeit! Christus - arbeitend mit seinen Jüngern. Das bedeutet: Das Unmögliche wird möglich. Ängstliche Glieder der EmK bekommen Hoffnung.« Bischöfin Wenner beendete den Gottesdienst mit einer Segensbitte in deutscher Sprache.

In einer Pressekonferenz im Anschluss an die Generalkonferenz sagte Rosemarie Wenner, der Bischofsrat hätte gehofft, er könnte das Jahrviert 2013 bis 2016 mit mehr Klarheit über die neue Struktur beginnen. Die Bischöfinnen und Bischöfe hätten bei den Vorbereitungen für die Generalkonferenz aber immer gesagt, die wichtigste Änderung sei die Änderung im spirituellen Leben in unseren Gemeinden, im spirituellen Leben der Gottesdienstbesucher und jedes treuen Gliedes der EmK. Es gehe darum, besser zu lernen, wie Glieder der EmK Menschen erreichen, wie sie das Evangelium bezeugen und wie sie die Leute in ihrer Umgebung einladen, um Menschen zu Jüngerinnen und Jüngern zu machen, um damit die Welt zu verändern.

Reinhold Parrinello

Foto: Kathleen Barry, UMNS

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