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Montag, 14. Mai 2012

Sichtbar Kirche sein

Die Konferenzen unserer Kirche tagen in diesen Wochen. Immer wieder wird dabei deutlich, was nicht mehr geht.

Der Kern aber bleibt: Das Wort Gottes predigen und die Sakramente dem Evangelium gemäß verwalten - mehr braucht es nicht, um Kirche zu sein, sagt Bischöfin Rosemarie Wenner.

Wie immer im Frühsommer sind meine Reisen durch die Tagungen der Jährlichen Konferenzen bestimmt. Bei den Konferenzen gibt es eine gewisse Routine. Die verschiedenen Werke berichten Jahr für Jahr. Man führt Bewährtes fort und lässt sich Neues einfallen, um die unterschiedlichsten Menschen von den Jüngsten bis zu den Ältesten anzusprechen und die Gemeinden in ihren Aufgaben zu unterstützen. Wir leisten viel und haben vielen Menschen zu danken für ihren engagierten Einsatz.

Bei der Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz, die in der Woche nach Ostern in Berlin stattfand, sprachen etliche Berichterstatter auch von dem, was nicht (mehr) geht. Wir haben nicht genug pastorale Kräfte, um alle Stellen zu besetzen. Das Kinder- und Jugendwerk sucht Regionalbeauftragte. Viele Gemeinden sind so klein, dass es nicht sinnvoll ist, für jede Altersgruppe ein spezielles Angebot zu machen. Obwohl der Rückgang in der Zahl der Kirchenglieder weniger groß ist als in anderen Jahren, gibt es leider kein Plus in der Mitgliederentwicklung.

»Es ist gut, dass wir die Situationen so beschreiben, wie sie sind. Das ist auch befreiend!«, sagte ein Konferenzmitglied. Ob uns das österliche Konferenzthema half, realistisch zu sein, ohne in Resignation zu verfallen? Christi Zuspruch »Ich lebe und ihr sollt auch leben « erinnerte daran, was es bedeutet, Kirche zu sein. »Die sichtbare Kirche Christi ist eine Gemeinschaft von Gläubigen, in welcher das reine Wort Gottes gepredigt wird und die Sakramente in allen notwendig zu denselben gehörigen Stücken nach Christi Anordnung richtig verwaltet werden«, heißt es in den Glaubensartikeln der Methodistenkirche und in ähnlichem Wortlaut in denen der Evangelischen Gemeinschaft, die gemeinsam wiedergeben, was wir als Evangelisch-methodistische Kirche bekennen. Das Wort Gottes predigen und die Sakramente dem Evangelium gemäß verwalten – mehr braucht es nicht, um Kirche zu sein. Indem Menschen Gottes Wort hören und Gott in ihnen Glauben weckt und sie in Christi Nachfolge hält, wächst das Reich Gottes.

Vielleicht hilft uns diese Einsicht, manches Wünschenswerte zu lassen. Wir müssen uns nicht müde arbeiten in der Hoffnung, Erfolg zu produzieren. So brennen wir höchstens aus. Um weder in atemlosen Aktionismus noch in resignierte Lähmung zu verfallen, dürfen wir das Wunder feiern, dass Gott in Christi Auferweckung Leben schenkt. Leben aus Gott kann nicht ausgebremst werden, wie schwer die Steine auch sein mögen, die sich dem Auferstandenen in den Weg stellen.

Erlöst und erleichtert sind wir, was wir durch Gottes Gnade sind, nämlich Boten der Hoffnung und Anwältinnen des Lebens. Da gibt es viel zu tun. Aber das Entscheidende ist schon getan, weil Jesus lebt und weil der Heilige Geist die Kirche Jesu Christi lebendig macht. Dass die Osterbotschaft immer wieder zur Sprache kam, hat der Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz gut getan. »Christus lebt, drum lasst das Jammern …« (EM 240), sangen wir zum Schluss der Geschäftssitzung, und weiter: »Christus lebt, drum sagt es weiter allen Menschen in der Welt.« Ich bete für Konferenztagungen, von Hoffnung geprägt, und dafür, dass sie in die Gemeinden hineinwirk

Bischöfin Rosemarie Wenner

Foto: Claus Kellner / Medienwerk der EmK

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