Ökumene

25 Jahre Kirchengemeinschaft zwischen EKD und EmK

Vor 25 Jahren wurde in Nürnberg die Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen der EmK und der VELKD besiegelt.

In einem Festgottesdienst würdigten Vertreter der beiden Kirchen die historische Bedeutung der Vereinbarung.

Die Einheit der Kirche ist kein Modell, sondern Wirklichkeit. Das hat die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Rosemarie Wenner, bei einem Gottesdienst in Nürnberg betont. In der Lorenzkirche wurde am 30. September die Unterzeichnung der Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen EmK und VELKD vor 25 Jahren gefeiert. Dort hielten Wenner und Gerhard Ulrich, der leitende Bischof der Nordkirche, eine Dialogpredigt.

Bischöfin Wenner erinnerte daran, dass es in Deutschland Belastungen zwischen lutherischen Kirchen und der EmK gegeben habe, während bereits ein Dialog zwischen Lutherischem Weltbund und Weltrat methodistischer Kirchen lief. EmK und VELKD seien daraufhin aufeinander zugegangen und hätten ein Lehrgespräch begonnen. Dieses habe zur Kirchengemeinschaft geführt, die engste Gemeinschaft, die organisatorisch völlig eigenständige Kirchen haben können. Bischöfin Rosemarie Wenner betonte in der Predigt weiter, diese Gemeinschaft werde sichtbar, »indem wir Vielfalt schätzen, miteinander in Beziehung bleiben und so in der Liebe wachsen«.

Bischof Gerhard Ulrich betonte, der gemeinsame Auftrag sei, Jesus Christus zu verkündigen. »Alles Trennende kann und darf uns nicht abhalten davon, dass wir miteinander, als ein Leib sichtbar und hörbar sind und die Stimmen erheben für Recht und Frieden und gegen alle Formen des Fundamentalismus – die wahre Gefahr der Trennung.« Er frage sich, weshalb Lutheraner und Methodisten nicht schon eher zur Kirchengemeinschaft zusammengefunden hätten. Ökumene bedeute auch, so Bischof Ulrich, damit zu rechnen, »dass der oder die andere schon etwas mehr oder eben anderes von der Wahrheit erkannt hat, die in Christus zu finden ist«.

Die Mitgliedskirchen der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) hatten sich den Ergebnissen des lutherisch-methodistischen Lehrgesprächs angeschlossen. Sie traten der Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft ebenfalls im September 1987 bei. Vertreten wurden sie beim diesjährigen Festgottesdienst durch den reformierten Pfarrer Dieter Krabbe, Nürnberg.

In einem Grußwort machte der Nürnberger Stadtrat und Lutheraner Richard Würffel deutlich, dass das Krankenhaus Martha-Maria der EmK für die Stadt unverzichtbar sei. Außerdem äußerte er den Wunsch, dass das Soziale Bekenntnis der EmK in seiner Kirche gesprochen und gelebt werde.

Reinhold Parrinello/kie/VELKD