Fresh Expressions

Eine erfrischende Art Kirche zu sein

In England ist es eine breite Bewegung. Nun will ein neues Netzwerk auch in Deutschland »Fresh expressions of church« unterstützen. Auch die EmK ist mit dabei.

Neue Formen der Gemeindearbeit will ein Netzwerk aus Landeskirchen, Freikirchen und der katholischen Kirche in Deutschland auf den Weg bringen. Vorbild sind die anglikanischen und methodistischen Kirchen in England, die in den letzten zehn Jahren rund 3.000 »fresh expressions« gegründet haben. Erzbischof, Bischöfe und Kirchenleitung unterstützen dies intensiv.

Neue Zielgruppen erreichen

Café-Gemeinden, »Überraschungskirche« für junge Familien, Jugendkirchen und diakonische Gemeindeformen in sozialen Brennpunkten – für bisher wenig erreichte Zielgruppen wird Kirche durch solche frische Formen wieder relevant. Sie verstehen sich als Ergänzung zu vorhandenen Ortsgemeinden und wollen die bisherige Form von Kirche bereichern, nicht ersetzen. Auch wenn das neue Zusammenspiel erst gelernt werden muss, sind die jeweiligen Stärken offensichtlich. Ortsgemeinden haben eine geographische Nähe mit gewachsenen volkskirchlichen Chancen und Kontaktbrücken. »fresh expressions« haben ihre Stärken eher in kirchenfernen Milieus und setzen auf Beziehungsnetzwerke und ganzheitlich gelebte Gemeinschaft.

Ein deutsches »fresh X«-Netzwerk etabliert sich

Bei einem Runden Tisch am 10. und 11. Februar 2012 in Kassel haben sich verschiedene Kirchen und freie Werke zu einer intensiven Kooperation in Sachen »fresh expressions« verpflichtet. Mit dabei sind beispielsweise die Evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden, das Amt für missionarische Dienste (AMD) in Berlin und der Dachverband der Landeskirchlichen Gemeinschaften. Aber auch das Bistum Hildesheim und die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland, das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung in Greifswald (IEEG), das EKD-Zentrum Mission in der Region (ZMiR), die Vineyard-Gemeinschaften in Württemberg und das Theologen-Netzwerk »churchconvention« sitzen mit am Tisch. Die EmK wird von dem neuen Evangelisationssekretär Barry Sloan vertreten.

Filmclips und Basistraining

Als erster Schritt sind 20 Filmclips mit deutschen Beispielen geplant. Sie werden Anfang 2013 zur Verfügung stehen. Parallel wird bis Ende 2013 das »Basistraining Gemeinde-Innovation« entwickelt. In einem knappen Jahr vermittelt dieser Kurs, der in England schon von über 2.500 Personen absolviert wurde, die nötigen theologischen Grundlagen, Grundeinstellungen und Kompetenzen für den Aufbau und die Gestaltung einer »fresh expression«. Rückenwind geben der Bewegung große Konferenzen Anfang nächsten Jahres. Englische »fresh expression«-Vertreter sind bei »Neues wagen«, einer großen Konferenz des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes in Erfurt, mit dabei. Wenig später werden sie auch die Konferenz »Kirche hochzwei« in Hannover prägen, die gemeinsam von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hannover wie dem Bistum Hildesheim verantwortet wird. Eine presbyterianisch geprägte Familienstiftung in den USA unterstützt das erste Jahr der noch jungen Bewegung in Deutschland.

Evangelisches Jugendwerk Württemberg