Zentralkonferenz

Eine starke Geschichte

Mit einem Festabend wurde am 15. November in Rutesheim der 125. Geburtstag des Frauenwerks der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) gefeiert. Gleichzeitig übergab die langjährige Vorsitzende Heike-Ruth-Klaiber ihr Amt an Ingrid Heintz.

Was heute kaum noch vorstellbar ist, war vor 125 Jahren harte Wirklichkeit: Frauen hatten kein Wahlrecht, konnten nur in Ausnahmefällen studieren und mussten sich die ernsthafte Frage gefallen lassen, ob sie eigentlich denken können. Erst Ende des 19. Jahrhunderts formierte sich in Deutschland eine Bewegung, die gleiche Rechte für Männer und Frauen einforderte. Auch im Methodismus taten sich Frauen zusammen. 1887 entstand auf Anregung von Philippine Achard-Jacoby, der Frau eines zum Methodismus übergetretenen hugenottischen Bürgers, der Prediger geworden war, das Frauenwerk. Dieses Jubiläum wurde am 15. November in Rutesheim gefeiert. Vor einer großen Festgemeinde führten Frauen mit einer heiteren Revue durch die wechselvolle Geschichte des Frauenwerks. Dabei betonten sie, dass Frauen im Methodismus – anders als in der damaligen Gesellschaft üblich – schon von Anfang an Leitungsaufgaben übernommen haben. Allerdings seien Frauen bis heute in der EmK in den Leitungsfunktionen unterrepräsentiert – auch wenn die EmK in Deutschland mit Rosemarie Wenner eine Frau an der Spitze habe. »Wir ermutigen Frauen, Leitungsaufgaben anzustreben«, sagte eine Rednerin.

In ihrem Grußwort erinnerte Frauke Schmitz-Gropengießer vom Christinnenrat in Deutschland an die herausragende Rolle, die das EmK-Frauenwerk in der Ökumene einnimmt. »Ohne die EmK-Frauen würde in der christlichen Frauenarbeit Entscheidendes fehlen«, betonte sie. So sei etwa der Christinnenrat auch auf Initiative der EmK-Frauen gegründet worden. Lothar Elsner, der Leiter des EmK-Bildungswerks, dankte für die gute Zusammenarbeit von Bildungswerk und Frauenwerk.

Amtsübergabe

Einen wichtigen Teil des Abends bildete die Verabschiedung der scheidenden Frauenwerks-Vorsitzenden Heike-Ruth Klaiber und die Einführung der neuen Vorsitzenden Ingrid Heintz. Bischöfin Rosemarie Wenner dankte Frau Klaiber für ihr großes Engagement in den vergangenen zehn Jahren. Sie habe viele Veränderungen angestoßen und verwirklicht. Die EmK brauche das Frauenwerk, damit immer wieder vermeintliche Selbstverständlichkeiten hinterfragt würden. Wenner erklärte, sie freue sich, dass mit Ingrid Heintz eine engagierte Nachfolgerin gewählt worden sei. Bischöfin Wenner segnete Frau Heintz für den Dienst in ihrem Ehrenamt, so wie sie auch Frau Klaiber zum Abschied segnete.
Die neue Vorsitzende betonte, sie freue sich auf die großen Herausforderungen. So wie in der Vergangenheit müsse sich das Frauenwerk auch künftig verändern, um zukunftsfähig zu bleiben.

Volker Kiemle