Zentralkonferenz

»Gottes Reich hat Priorität«

Das »Trachten nach Gottes Reich« hat Priorität in der kirchlichen Arbeit. Das hat die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, Rosemarie Wenner, in ihrer Botschaft an die Zentralkonferenz betont.

Vor dem noch bis 17. November in Rutesheim tagenden Kirchenparlament appellierte sie an die Gemeinden, sich auf ihren Auftrag vor Ort zu besinnen und nicht alles machen zu wollen.

In ihrer Botschaft an die Zentralkonferenz hat Bischöfin Rosemarie Wenner betont, dass das »Trachten nach dem Reich Gottes« in der kirchlichen Arbeit an erster Stelle steht. Dabei sei das Reich Gottes »nicht unser Unternehmen, sondern wir sind eingeladen, uns für Gottes Wirken in uns, in anderen und zusammen mit anderen zum Heil in der Welt zu öffnen«, sagte sie vor den rund 100 Delegierten aus ganz Deutschland. Wenner nahm damit nochmals Bezug auf den so genannten Prioritätenprozess, der die EmK in den vergangenen vier Jahren stark beschäftigt hat. Dabei ging es um die notwendigen Aufgaben und Finanzen, auf die sich die EmK in Deutschland konzentrieren will.
Wenner betonte, dass die EmK in Deutschland in allen Feldern kirchlicher Arbeit wirken soll. Dabei müsse es stets um den Auftrag der Kirche gehen – nämlich Menschen zu Jüngerinnen und Jüngern Jesu Christi zu machen, um die Welt zu verändern. »In der konkreten Arbeit vor Ort muss dabei immer wieder neu entschieden werden, was mehr Aufmerksamkeit braucht.«

Geistliche Quellen

In der EmK diagnostiziert Wenner an etlichen Orten eine Überforderung angesichts vieler Aufgaben. Man könne sogar den Eindruck haben, »EmK« stünde für »Eine müde Kirche«. Dies habe viele Ursachen – unter anderem die große Menge an Gemeinde- und Kirchenprogrammen für eine kleine Zahl von Interessierten. »Es gibt nicht das Rezept, um aus der müden Kirche eine motivierte Kirche zu machen. Aber es gibt geistliche Quellen und strukturelle Hilfen.« An geistlichen Quellen nannte Wenner »uralte Praktiken wie persönliches und gemeinsames Gebet, regelmäßiges Bibellesen und häufige Teilnahme am Abendmahl«. Überhaupt könne das Abendmahl als zentrale Feier der Erinnerung und der Hoffnung zur Quelle des Dienstes werden.
Auf struktureller Ebene rät Bischöfin Wenner zur Verschlankung und damit zur Profilierung auf jeder Eben kirchlicher Arbeit. Nicht jeder müsse alles machen, um am Reich Gottes mit zu bauen. »Wir werden immer auf andere angewiesen sein, wenn es um die Fülle der Arbeit geht«, betonte Wenner. Das könne aber auch eine Stärke sein. »Wir können uns nie selbst genug sein. So werden wir Gottes Wirken in anderen und durch andere entdecken können.« So brauche es in Zukunft »Mut zur Lücke«, auch wenn sich die EmK aus keinem der grundlegenden kirchlichen Handlungsfelder ganz zurückziehen wolle.

»Mit Christus rechnen«

Sie wolle den Gemeinden keine Wachstumsziele auftragen, erklärte Wenner. Jede Gemeinde solle sich aber fragen, was sie lebendig hält. »Wir rechnen hoffentlich damit, dass Christus in jeder unserer Gemeinden Menschen in seine Nachfolge ruft«, betonte Wenner. Dazu gehörten etwa Kleingruppen oder kirchliche Veranstaltungen außerhalb der Kirche. Beispielhaft könnten hier die Ideen der aus England kommenden Bewegung »Fresh Expressions of Church« sein. »Das Reich Gottes ist nicht daran gebunden, wie wir bisher Kirchesein gelebt haben. Entscheidend ist, dass wir mit Gottes Wirken in unserer Welt rechnen.«

Volker Kiemle

 

Angaben zum Heft EmK-Forum 40 – Botschaft der Bischöfin
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Bronzerelief von Klaus Ringwald (1939-2011) zu »Jesus bricht bei den Jüngern in Emmaus das Brot«.
Foto: Volker Kiemle © EmK-Medienwerk 2012.