Wort auf den Weg

Königskinder wie wir

»Königskinder auf dem Weg zum König.« Seit zwei Jahren hängt eine kleine Krone an meinem Küchenschrank. Ich habe sie dem Kalender »Der andere Advent« entnommen.

Neben der Krone stand an diesem Tag, dass wir uns daran erinnern sollen, »dass wir gekrönt sind mit Hoffnung. Gemeinsam sind wir auf dem Weg, um das Kind zu suchen, das auch ein König ist.« Seit diese Krone in meiner Küche hängt, wurde ich häufig an das Kinderlied erinnert, das ich in der Sonntagschule lernte: »Mein Vater ist reich an Gütern und Geld. Sein sind alle Reiche und Schätze der Welt. Er hat mächtige Kammern voll Silber und Gold, ihm werde die Ehre des Höchsten gezollt. Refrain: Bin ein königlich Kind, ein königlich Kind, mit Jesus, dem Heiland, ja ein königlich Kind.«

Der Text entspricht heute nicht mehr unserem Sprachgebrauch, aber ich möchte gern daran festhalten, dass wir Königskinder sind, reich beschenkt durch Gottes Liebe in seinem Sohn Jesus Christus. In der Hektik der Adventszeit verschieben sich schnell die Werte, bleibt die Freude auf der Strecke. Die Suche nach Stille und dem König der Welt sollte für die Königskinder nicht in Vergessenheit geraten.

Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu beginnt jedes Kapitel seines Buches »Gott hat einen Traum« mit den Worten: »Liebes Kind Gottes.« In ihrer Botschaft an die Zentralkonferenz betont Bischöfin Rosemarie Wenner: »Jeder Mensch ist wertvoll.«

Wie wir es auch ausdrücken, mir ist wichtig, dass alle Menschen ihren Wert durch Gott, den Schöpfer und Herrn dieser Welt haben. Er sandte seinen Sohn zu uns Menschen und machte uns zu seinen Kindern. Wie zeigt sich meine Freude über dieses große Geschenk?

In der Adventszeit bereiten wir uns auf die Ankunft von Jesus Christus vor. Wir feiern seine Geburt im Stall und warten auf seine Wiederkunft als König. Die drei Sterndeuter, die sich auf den Weg nach Bethlehem machten, erkannten in ihrem Alltag, dass ein Königssohn geboren ist, der die Welt und ihr persönliches Leben verändern wird. Sie ließen sich unterbrechen, gingen los und nahmen wertvolle Geschenke mit.

Sie fragten damals bei dem regierenden König nach. Dort fanden sie nicht das Ziel ihrer Sehnsucht. Sie gingen weiter mit ihren Geschenken und folgten dem Stern. Sie fanden den König der Welt in der Armut und Dunkelheit der Welt. Sie beteten ihn an und erlebten, dass sie zu Königskindern wurden. Ich lade ein, die Adventszeit 2012 zu nutzen,

  • um als Königskind zum großen König unterwegs zu sein;
  • um als Königskind sich heute unterbrechen und korrigieren zu lassen;
  • um als Königskind zu suchen, dem Stern und nicht Irrlichtern dieser Tage zu folgen;
  • um als Königskind sich auf die Begegnung mit dem König der Welt vorzubereiten;
  • um als Königskind den König der Welt anzubeten und sich ihm zu schenken;
  • um als Königskind von der Krippe überreich beschenkt, verändert und voller Freude in den Alltag zurückzugehen.

Liebe Königskinder, Sie sind eingeladen, in der Adventszeit an jedem Tag dem großen König näherzukommen und sich beschenken zu lassen. Jesus Christus, König und Herr der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, ist das wertvollste Geschenk für jeden Menschen 2012.

Birgit Klement
Pastorin im Bezirk Raschau

Foto: Daniel Schmidt