Armutsbericht

Mehr Ehrlichkeit!

Armut in Deutschland darf nicht schöngeredet werden. Das hat für Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung der EmK, Pastor Hans Martin Renno, in einem Kommentar für die Zeitschrift »podium« gefordert.

Renno reagierte mit seinem Kommentar auf Meldungen, wonach aus dem neuen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung kritische Passagen gestrichen wurden. Die Regierung dürfe vor der Tatsache, dass Menschen von einem Vollzeitjob nicht leben können, nicht die Augen verschließen. Auch die sinkenden Reallöhne in den unteren Einkommensgruppen seien kein Ruhmesblatt für die Politik.

Vielmehr müssten sich Verantwortliche in Politik und Wirtschaft sofort verstärkt und vehement für Gerechtigkeit und die Beseitigung von Benachteiligungen in unserer Gesellschaft einsetzen. »Verschleiern hilft nicht, drüber hinweg sehen auch nicht, erst recht nicht die Augen zu verschließen. Auch die Verantwortung anderen zu überlassen, ist feige!«, schreibt Renno.

In der Verlautbarung »Ein Wort zur sozialen Lage an die Gemeinden in Deutschland« der Zentralkonferenz 2012 fordere die EmK die Wirtschaft auf, »erkennbare Schritte auf einem Weg zum »Wirtschaften im Dienst des Lebens« zu gehen. Auch Gemeinden seien dazu aufgerufen, die Bemühungen der Verantwortlichen in unserem Land, Gerechtigkeit zu verwirklichen, zu unterstützen. »Es ist eine Schande, dass in unserem reichen Land die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird.«, betont Renno »Eine Umverteilung ist notwendig.«

Volker Kiemle