Methodismus International

Neuer Bischof für die EmK in Eurasien

Dr. Eduard Khegay wurde von der Zentralkonferenz von Nordeuropa und Eurasien zum Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Eurasien gewählt.

Die vom 17.-21. Oktober 2012 in Kaunas/Litauen tagende Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (UMC) von Nordeuropa und Eurasien hat am Freitag, den 19. Oktober 2012, Dr. Eduard Khegay (42) zum neuen Bischof von Eurasien gewählt. Er tritt die Nachfolge von Bischof Hans Växby an, der dieses Amt seit 2005 innehatte und Ende des Jahres in den Ruhestand tritt.

Eduard Khegay wurde am 20. April 1970 in Alma-Ata/Kasachstan geboren. Heute wohnt er in Moskau und ist seit 2005 Assistent von Bischof Hans Växby. Seit 2000 ist er mit Viktoria Nogay verheiratet und hat eine 11-jährige Tochter, Liudmila.

»Ich möchte Menschen dazu inspirieren, Christus ähnlicher zu werden und das volle Potenzial zu entfalten, das Gott in sie hineingelegt hat, um damit Gott und den Menschen zu dienen«, so formuliert der neu gewählte Bischof sein Mission Statement. Khegay ist die Ausbildung neuer Leiter sowie die Weiterentwicklung der Christen seines Sprengels ein sehr großes Anliegen. Die methodistische Kirche in Eurasien habe einen großen Bedarf an mehr guten Leitern und kämpfe gegen eine Unkultur aus der kommunistischen Zeit. Es sei sehr schwierig, Menschen dazu zu bewegen, Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen. Sie neigten dazu abzuwarten, bis sie Anweisungen von Übergeordneten erhielten.

In der Begleitung und Weiterentwicklung von Menschen hat Khegay bereits reichlich Erfahrung gesammelt, Leitungs- und Trainingsaufgaben ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Vita. So hat er verschiedene Trainings entwickelt und geleitet, wie z.B. ein Training für Distriktssuperintendenten, Jugendcamps, Einkehrtage, Kinderlager und vor allem Studentenforen. Ferner hat er eine fundierte Coaching-Ausbildung und entsprechende praktische Erfahrung – durchaus auch außerhalb der Kirche in Unternehmen wie der IKEA Corporation und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Die wichtigsten Stationen seines Werdegangs

1987 begann Eduard Khegay an der Bauman Moscow State Technical University ein Studium des Bauingenieurwesens, das er 1993 mit einem Diplom abschloss. In den darauf folgenden drei Jahren, von 1993-1996 erwarb er am Methodistischen Theologischen Seminar in Moskau ein Zertifikat in Kirchenleiterschaft. Es folgten zwei Jahre als Pastor der First United Methodist Church in St. Petersburg (1996-1998). Die folgenden drei Jahre verbrachte Khegay in den USA, wo er an der Candler School of Theology an der Emory University in Atlanta, Georgia, studierte und 2001 einen Master of Divinity erwarb. Im selben Jahr wurde er als Pastor ordiniert und übernahm die Position des Leiters für Kirchenentwicklung für die methodistische Kirche in Eurasien (Director of Church Development for Eurasia UMC). 2003-2005 war Eduard Khegay Pastor der Gemeinde Aspiration UMC in St. Petersburg als auch gleichzeitig Distriktssuperintendent im gleichnamigen Distrikt. Seit 2005 ist er sowohl Pastor der Gemeinde Raduga UMC in Moskau und Assistent von Bischof Hans Växby. Im Zeitraum von 2010 wurde Khegay nach dreijähriger Studienzeit (2007-2010) vom Wesley Theological Seminary in Washington, DC, USA der Doctor of Ministry-Grad verliehen. Von 2009-2011 war Khegay außerdem Distriktssuperintendent des Distrikts von Zentralasien.

Seit 2005 hat Eduard Khegay verschiedene Publikationen betreut, einschließlich der Herausgabe des Book of Discipline (2005) in russischer Sprache. Ein weiteres Buch, »Brave and Humble: Church Leadership in the Wesleyan Spirit for the Eurasian Context«, soll noch dieses Jahr erscheinen.

Nach dem Deutschen Rüdiger Minor und dem Schweden Hans Växby erhält Eurasien mit Eduard Khegay seinen ersten russischen Bischof.

Die Zentralkonferenz von Nordeuropa und Eurasien umfasst zwei Bischofssprengel – den Sprengel von Nordeuropa und dem Baltikum, der seit 2009 von Bischof Christian Alsted geleitet wird, und den Sprengel von Eurasien. Zum Bischofssprengel von Nordeuropa und dem Baltikum gehören die Jährlichen Konferenzen von Dänemark, Schweden (bis 31.12.2012), Norwegen, Finnisch Finnland, Schwedisch Finnland, Estland sowie die Distrikte von Lettland und Litauen. Der eurasische Sprengel umfasst Russland, Kasachstan, die Ukraine, Moldavien, Weißrussland, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan.

Volker Kiemle

Foto: Zentralkonferenz