Treffen in Herrnhut

»Uns verbindet vieles«

Erstes Treffen der Kirchenleitungen von Brüder-Unität und Methodisten fand vom 3. bis 5. Dezember in Herrnhut (Oberlausitz) statt.

»Wir haben uns gegenseitig neu wahrgenommen und wissen nun voneinander mehr«, sagte Rosemarie Wenner, Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zum Abschluss ihres Besuches in Herrnhut. »Die gemeinsame Tradition von Herrnhutern und Methodisten ist ein guter Nährboden für weitere Begegnungen.«

Vom 3. bis 5. Dezember fand in Herrnhut (Oberlausitz) zum ersten Mal eine gemeinsame Arbeitstagung von Mitgliedern der Kirchenleitungen der Evangelischen Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine und der Evangelisch-methodistischen Kirche statt. »Unser Treffen diente vor allem dem Kennenlernen und der verstärkten Wahrnehmung«, sagt Johannes Welschen, Mitglied der Kirchenleitung der Brüder-Unität. »Im Austausch über aktuelle Themen in unseren Kirchen haben wir gemeinsame Herausforderungen und Fragestellungen entdeckt«.

Wie Rosemarie Wenner sagt, sei das Wissen über die historischen Beziehungen zwischen Herrnhutern und Methodisten oft vorhanden. »Aber dass uns auch heute vieles verbindet, ist eine wichtige Entdeckung; diese Gemeinsamkeiten müssen wir stärken und entwickeln.« Als Beispiele nennt sie die konstitutive Rolle von Jesus Christus und die Bedeutung des Singens für den Glauben.

Auch über globale Herausforderungen wurde gesprochen. »Unsere beiden Kirchen sind missionarische Kirchen und sie sind Weltkirchen«, sagt Johannes Welschen. Und Rosemarie Wenner ergänzt: »Wir sind uns darin einig, dass wir Deutschland als Missionsland entdecken und sich unsere Gemeinden missionarisch öffnen müssen.«

Die Mitglieder beider Kirchenleitungen vereinbarten außerdem die Fortsetzung theologischer Gespräche. Eine nächste Begegnung dazu soll auf Einladung der EmK voraussichtlich in der Theologischen Hochschule Reutlingen stattfinden. Auch gegenseitige Einladungen zu Konferenzen und Tagungen sollen verstärkt ausgesprochen und wahrgenommen werden.

Die Verbindungen zwischen der Brüder-Unität und der EmK reichen bis in die Anfänge Herrnhuts zurück. John Wesley, der Gründer der methodistischen Bewegung, lernte die Herrnhuter Brüder 1735 auf dem Weg nach Nordamerika kennen. 1738 besuchte er sie in London und Herrnhut und bekam durch die Herrnhuter Frömmigkeit wichtige Impulse für seinen Glauben.

Zur 14-köpfigen Delegation der EmK unter der Leitung von Bischöfin Rosemarie Wenner gehören unter anderem die Superintendenten der neun Distrikte. Zur achtköpfigen Delegation der Brüder-Unität gehören die Mitglieder der Direktion (Kirchenleitung) sowie die beiden Bischöfe Friedrich Waas und Theodor Gill.

Medienwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche
Klaus Ulrich Ruof

Die Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine ist eine evangelische Kirche. Sie ist der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angegliedert und zugleich Gastmitglied in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Die Brüdergemeine vereint Gemeinden und Werke in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark, Schweden, Estland, Lettland und Albanien. Sie ist eine der weltweit 27 Provinzen der Brüder-Unität (Unitas Fratrum, Moravian Church).