Sophienhaus

Gratulation für eine »alte Dame«

Am 9. Oktober feierte das Sophienhaus in Berlin-Steglitz in einer Festveranstaltung ihr 100-jähriges Jubiläum.

In ihrer Andacht verglich Ilonka Leonhardt, Seelsorgerin im Pflegewohnheim, das Sophienhaus mit einer alten Dame, die auf eine lange Geschichte zurückblickt und der heute mit Dankbarkeit auf das erreichte gratuliert wird.

Am 9. Oktober 1913 wurde das Sophienhaus als Krankenanstalt mit freier Arztwahl eingeweiht. Betreut wurden die Patienten in den 50 Betten von zunächst 37 Diakonissen. In den 1920er und -30er Jahren behandelten bis zu 50 Fachärzte hier ihre Patienten, was zu einem kontinuierlichen Ausbau der Einrichtung führte. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde auf die Schwesternschaft immer wieder Druck ausgeübt, den Namen Ebenezer aufgrund seines hebräischen Ursprungs zu ändern. 1941 gaben die Schwestern dem Druck nach und änderte den Namen in Sophienkrankenhaus um.

Vom Krankenhaus zum Krankenheim zum Pflegeheim

In den 1970er Jahren wurde, bedingt durch geänderte rechtliche Rahmenbedingungen, das Krankenhaus zu einem Krankenheim, um die wirtschaftliche Basis des Unternehmens zu erhalten.

Am Ende der 1990er Jahre wurde das Krankenheim dann zu einem Pflegeheim. Seitdem erfolgte eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Standortes hin zu einer modernen Einrichtung für Senioren.  Diesen stetigen Wandel mit Weitsicht hob auch der Geschäftsführer der Agaplesion Bethanien Diakonie gGmbH, Alexander Dettmann, in seiner Begrüßung hervor. »Vor 100 Jahren gab es Berlin hier noch nicht, sondern nur eine große weite Fläche«, berichtete er von den Anfängen und führte in einem Bogen über die wechselhafte Geschichte zu einem Ausblick in die Zukunft: »Wir wollen auch die nächsten 100 Jahre erfolgreich gestalten«.

Cornelia Clauss, die 2003 als stellvertretende Stationsleitung im Sophienhaus begann und nun Hausleiterin ist, hatte bei ihrer Begrüßung vor allem die Bewohner im Blick und wie ihnen zugewandt begegnet wird. Mit vielen unterschiedlichen Angeboten werden die älteren Menschen unterstützt, um ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen. Das anschließende Essen genossen die Bewohner und die zahlreichen Gäste mit der musikalischen Untermalung durch das Duo Angel Eyes und den Zaubertricks von Markus Stocker.

Der Standort des Sophienhauses unterteilt sich heute in drei Bereiche für Senioren: dem vollstationären Pflegewohnen, dem betreuten Wohnen und der Tagespflege. Die Bethanien Diakonissen Stiftung, der das Sophienhaus in Berlin gehört, ist Mitinitiator eines bundesweiten Verbundes Agaplesion mit aktuell 80 Einrichtungen. Als christliches Unternehmen sieht der Verbund seinen Auftrag in tätiger Nächstenliebe.

Ralf Würtz

www.bethaninen-diakonie.de/bethanien-sophienhaus