Kirche im Café

Premiere: Kirche im Café

Kirche im Café? Klar, in der Schwarzwaldstadt St. Georgen betreibt die EmK-Gemeinde seit 1. Oktober das Café »Bohnenheld«.

Mit einem Fest hat die Evangelisch-methodistische Kirche in St. Georgen das Projekt gestartet. Im ehrenamtlich betriebenen Café »bohnenheld« können Menschen miteinander in Gespräch kommen – über die Welt, aber auch über Gott. Bei der Eröffnung am 1. Oktober würdigte Bischöfin Rosemarie Wenner das Projekt: »Die Kirche gehört auf den Markt, nicht um Geschäfte zu machen, sondern um Menschen zu begegnen.« Sie hoffe, dass sich durch dieses Beispiel andere Gemeinden inspirieren lassen, Ähnliches zu wagen. »Hoffentlich lassen es sich viele Leute gut gehen im Café Bohnenheld«, betonte sie. »Gott meint es gut mit uns, das soll jeder Besucher spüren.«

Intensiver Prozess

Das Café mit 25 Sitzplätzen ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses. Dabei hat sich die Gemeinde mit der Frage beschäftigt, wie sie mehr für die Menschen vor Ort da sein kann. Vor rund zwei Jahren gab es bereits die siebenwöchige Aktion »Wir haben Zeit«. Dabei wurden unter anderem Gutscheine für eine kostenlose Fahrradreparatur angeboten. »Diese Gutscheine kamen so gut an, dass die Aktion wiederholt wurde«, berichtet Pastor Tobias Beißwenger. Doch die Frage nach einem konstanteren Angebot blieb. Daraus entstand die Idee für ein Café, Anfang des Jahres fiel die Entscheidung. Träger des Cafés, das vorerst an drei Tagen in der Woche geöffnet hat, ist der dafür gegründete Verein »Von Mensch zu Mensch«. Das Café wird ehrenamtlich betrieben. Natürlich gibt es fair gehandelten Kaffee, außerdem Kuchen und fair gehandelte Produkte sowie Waren von regionalen Erzeugern.
»Es geht nicht darum, den Gästen fromme Gespräche aufzudrängen«, betonte Tobias Beißwenger in einem Interview mit dem »Südkurier«. Vielmehr wollten sich die Helfer für die Gäste vor allem Zeit für Gespräche nehmen.

Volker Kiemle

Foto: EmK St. Georgen

www.bohnenheld.de