Unterwegs zur Zukunft Gottes

Unterwegs zur Zukunft Gottes

Jahreslosung 2013

Unterwegs zur Zukunft Gottes

Die neue Jahreslosung ist eine Provokation: »Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir« (Hebräer 13,14).

Damit wird unser Blick auf die Ewigkeit gerichtet – was uns gut tut, wie Matthias Walter schreibt.

Wir wollen in den kommenden Jahren rund tausend Kirchengebäude verkaufen.« Mit diesem Satz sorgte der Generalsekretär der Britischen Methodistenkirche, Reverend Dr. Martyn Atkins, bei der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche im November für Furore. Die Schwesterkirche will das frei gewordene Kapital in neue Projekte stecken. Sie will wieder eine Bewegung der Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu Christi werden, die relevant für die Menschen heute ist.

Es war, als ob Atkins die Jahreslosung für 2013 ins Leben übersetzte: »Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir« (Hebräer 13,14). Dieses Wort ist eine Provokation. Nach Jahren der Trostworte nun ein Orientierungswort für Kirchen und Christen, die sich mit Gebäuden, Sitzungen und Verwaltungsarbeit herumschlagen und zu oft von »unserer« Kirche reden. So, als ob es etwas zu bewahren gäbe, das uns gehörte!

Kopf und Herz zurechtgerückt

Die Jahreslosung für 2013 rückt uns den Kopf und das Herz zurecht: Wohin richtet sich unser Blick? Auf das Hier oder auf das Dort? Hat man früher zu viel von der Ewigkeit gepredigt, so hört man heute kaum noch etwas darüber – höchstens auf Friedhöfen. Natürlich sind wir auf der Suche nach Heimat und Geborgenheit. Aber diejenigen, die auf Christus hoffen, tun dies immer mit Vorbehalt und der Gewissheit, dass es mehr gibt als das, was wir uns selbst so kuschelig einrichten können. »Wohnst du noch oder lebst du schon?« Dieser IKEA-Slogan gilt für Christen, wenn man ihn so versteht: »Bist du noch fixiert aufs Jetzt oder schon unterwegs in Richtung der Zukunft Gottes?«

Diese Lebensorientierung – sagt schon der Hebräerbrief – wird uns zu Außenseitern machen. Wir stehen damit auf der Seite unseres Herrn, der selbst außerhalb der Städte lebte und schließlich starb. Wir wissen: Mit den irdischen Städten ist es nicht weit her. Die Hoffnung auf Heimat muss weiterreichen. Jesus erzählt von Wohnungen, die uns Gott zur Verfügung stellt (Johannes 14,2) und wir hoffen auf eine Wohn-Stadt, die Gott selbst baut (Hebräer 11,16) und in deren Mitte er selbst ist (Offenbarung 21,3).

Zu dieser »künftigen Stadt« sind wir unterwegs. Ja wir suchen nach ihr – nicht verzweifelt und nicht in beliebiger Richtung. Wir suchen »mit Herzen, Mund und Händen«. Jesus fordert uns auf, nach dem Reich Gottes zu »trachten« (Matthäus 6,33). Genau dieses griechische Wort verwendet auch der Hebräerbrief!

Doch wie können wir das konkret leben? Sollen wir nicht mit beiden Beinen hier sein, in dieser Welt das Gute tun, wie es Paulus in Römer 12 beschreibt? Ist das Leben im Sinne Gottes hier und die Hoffnung auf ein ewiges Mehr ein Spagat, den nur Geübte hinkriegen?

Die Jahreslosung macht es uns nicht leicht. Sie entlässt uns nicht aus dieser Spannung. Aber sie zieht uns nach vorne, gibt uns ein Ziel, eine Richtung. Für hier und heute hilft uns, was Marie Schmalenbach um 1875 gedichtet hat: »Ewigkeit, in die Zeit / leuchte hell hinein, / dass uns werde klein das Kleine / und das Große groß erscheine, / selge Ewigkeit!« (EM 662,4)

Matthias WalterPastor und Leiter von radio m.

Foto: Klaus-Uwe Gerhardt /pixelio.de