Vor 50 Jahren: Erster Schritt zur Kirchenunion

Vor 50 Jahren: Erster Schritt zur Kirchenunion

Kirchenunion

Vor 50 Jahren: Erster Schritt zur Kirchenunion

Vor 50 Jahren, am 30. Januar 1963, begannen die Gespräche zur Vereinigung der Evangelischen Gemeinschaft und der Methodistenkirche. Fünf Jahre später entstand die Evangelisch-methodistische Kirche.

Der 30. Januar 1963 war, wie Bischof Hermann Sticher später schrieb, ein »Markstein in der Geschichte« der beiden Kirchen Evangelischen Gemeinschaft und der Methodistenkirche. Mehrere Versuche zu einer Vereinigung waren früher aus ganz unterschiedlichen Gründen gescheitert. Diesmal musste es gelingen. Der ökumenisch engagierte Bischof Reuben H. Mueller (1897-1982), die auch die Aufsicht über die Evangelische Gemeinschaft in Europa führte, hatte im Einvernehmen mit den Bischöfen der Methodistenkirche Ferdinand Sigg (1902-1965) aus Zürich und Friedrich Wunderlich (1896-1990) aus Frankfurt am Main in die zentrale Frankfurter Kirche am Güterplatz eingeladen, um die Vereinigungsgespräche auch auf europäischer Ebene offiziell in Gang zu bringen. In den USA hatten die Gespräche zu dieser Zeit bereits begonnen und die grundlegenden Entscheidungen der verfassunggebenden Versammlungen der Kirchen für die Einleitung der Gespräche waren längst gefallen.

Nicht mehr ob, sondern wie

In Frankfurt erschienen die Delegierten der Evangelischen Gemeinschaft aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich, die Vertreter der Methodistenkirche kamen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Es ging in den Gesprächen nicht mehr um die Frage, ob eine Union herbeigeführt werden solle, sondern lediglich darum, wie die Schritte zu organisieren waren.

Die Teilnehmer der Frankfurter Begegnung gaben eine zustimmende Erklärung für ihre Kirchen ab. Die vorbereitenden Arbeiten wurden im Westen und in der DDR parallel erfolgreich unter der permanenten Einbeziehung der entscheidungsberichtigten Konferenzen  geleistet. Die Vereinigung wurde weltweit mit allen Kirchenzweigen beider Kirchen vollzogen. Die abschließenden Verhandlungen und besonderen Gottesdienste im europäischen Bereich fanden in Dresden vom 18. bis 22. Mai 1968 und in Frankfurt am Main Ende Mai 1968 statt.

Der schweizerische Bischof Ferdinand Sigg nannte 1963 drei Gründe für die Vereinigung: die Überwindung des Ärgernisses der Spaltungen in den Kirchen, das für die methodistischen Kirchen typische ökumenische Denken und Handeln und finanzielle Erwägungen.

Karl Heinz Voigt