Pastorin Franziska Demmler
Pastorin Franziska Demmler

Kontaktstelle für Menschen verschiedener Lebens- und Liebensweisen

An wen richtet sich das Angebot?

Die Kontaktstelle richtet sich an Menschen aus dem Raum der Evangelisch-methodistischen Kirche, die aufgrund ihrer sexuellen und/oder geschlechtlichen Identität mit sich oder mit ihrem Umfeld in Konflikt geraten, oder Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. Dieses Angebot richtet sich auch an Personen, die vor Ort keine vertrauensvolle Gesprächsperson finden, um sich mit den aufgeworfenen Fragen und Nöten auseinanderzusetzen.


Warum gibt es dieses Angebot?

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist im Auftrag Jesu Christi und im Licht seines Evangeliums für die Menschen da. Das gilt sowohl in Freude oder Leid als auch in den verschiedenen Herausforderungen des Lebens. Es gibt aber auch Situationen und Begegnungen, in denen Vertreter der EmK an ihre Grenzen kommen und um Lösungen des guten und segensreichen Miteinanders ringen. Dies gilt im Besonderen auch für den Bereich verschiedener L(i)ebensweisen.


Was ist die Haltung der EmK?

Seit vielen Jahren gibt es in der EmK ein Ringen um die Frage, wie mit den biblischen Aussagen zur Homosexualität umgegangen werden soll. Die offiziellen kirchlichen Stellungnahmen, die von der alle vier Jahre tagenden Generalkonferenz für die weltweit tätige Kirche verabschiedet werden, drücken eine ambivalente Haltung aus. Diese ambivalente Haltung spiegelt sich nicht nur in den Texten wider, sondern zeigt sich auch darin, dass die Verantwortlichen der EmK nicht immer einer Meinung sind. Einerseits wird betont, dass alle Menschen ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung in den Gemeinden der EmK willkommen sind. So heißt es zum Beispiel in den Sozialen Grundsätzen: »Wir flehen Familien und Gemeinden an, lesbische und schwule Kirchenglieder und Kirchenzugehörige/Personen aus dem Freundeskreis nicht abzulehnen oder zu verurteilen. Wir verpflichten uns zum Dienst an und mit allen Menschen.« (Verfassung, Lehre und Ordnung der Evangelisch-methodistischen Kirche [VLO], Ausgabe 2012, S 68.) Andererseits steht im gleichen Passus: »Eine Mehrheit in der Kirche interpretiert die Bibel so, dass sie die Ausübung der Homosexualität nicht billigen kann.« Außerdem steht in den Ordnungstexten der Kirche, dass evangelisch-methodistische Pastoren und Pastorinnen in unseren Kirchen keine Trauungen oder Segnungen von homosexuellen Paaren durchführen sollen (Art. 341.6 VLO, Ausgabe 2012, S 122).


Was löst die EmK mit ihrer Haltung aus?

Diese Ambivalenz führt gerade bei Menschen verschiedener L(i)ebensweisen zu Unsicherheiten, weil sie sich noch mit sich selbst und ihrem sexuellen und/oder geschlechtlichen Empfinden auseinandersetzen oder einen Platz in der Kirche suchen. Neben der Verunsicherung kann dies auch von vielen als diskriminierend erlebt werden.


Deshalb gibt es die Kontaktstelle

Aus diesem Grund mag es homo-, bi-, asexuell, trans- oder intergeschlechtlich lebenden Menschen und ihren Angehörigen im Raum der EmK schwerfallen, sich unmittelbar an den Seelsorger oder die Seelsorgerin in ihrer Gemeinde zu wenden. Mit der Kontaktstelle will die EmK dem Ziel näherkommen, eine einladende Kirche zu sein. Menschen sollen darin unterstützt werden, die gute Gottesgabe unterschiedlicher Lebensrealitäten dankbar anzunehmen, und sie sollen erfahren, dass verantwortungsvoll mit ihnen umgegangen wird. Franziska Demmler als Kontaktperson unterstreicht diesen Schwerpunkt: »Wir wollen eine Möglichkeit bieten, mit diesem Thema und vor allem den Menschen sensibel und achtsam umzugehen.«


Kontakt

Pastorin Franziska Demmler
E-Mail: kontaktstelle.verschiedene.liebensweisen(at)emk.de
Telefon: 069 242521-155

Fotonachweis Thumbnail Startseite: RK by Dieter Schütz pixelio.de