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Sonntag, 21. Dezember 2014

Bischof Hermann Sticher verstorben

Der frühere EmK-Bischof Hermann Sticher ist tot. Wie seine Familie mitteilte, erlag er am vergangenen Freitag im Alter von 87 Jahren einem Krebsleiden.

Von 1977 bis 1989 war Hermann Sticher Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Westdeutschland und West-Berlin. Der gesellschaftlichen Entwicklung während seiner Amtszeit, die von einer zunehmenden Entkirchlichung und gleichzeitig von einer neuen Offenheit der Menschen für Religiosität geprägt war, setzte er mit seinen Bischofsbotschaften das Wesen und den Auftrag der Kirche entgegen. Mit den Titeln »Kirche in Bewegung« (1980), »Kirche für andere« (1984) und »Kirche für morgen« (1988) ermutigte er die Mitglieder der alle vier Jahre tagenden Zentralkonferenz, des obersten EmK-Kirchenparlaments in Deutschland, »missionarische Kirche« zu sein. »Ich bin tief davon überzeugt«, sagte er zum Abschluss seiner Dienstzeit, »dass es für die Kirche Jesu Christi ein Morgen, eine Zukunft gibt, weil der Herr der Kirche auch Herr der Zukunft ist. Sein Heilswille endet nicht im Heute, sein Auftrag an sein Volk gilt unverändert.«

»Wir sind Gott dankbar für sein Lebenszeugnis und seinen Dienst«, sagte Rosemarie Wenner (Frankfurt am Main), die jetzige Bischöfin der EmK in Deutschland. Im Blick auf seine Dienstzeit wies sie darauf hin, wie sehr Bischof Stichers Leben vom festen Vertrauen geprägt war, »dass Jesus Christus der Herr der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ist«. Deshalb habe ihm Evangelisation und missionarische Verkündigung sehr am Herzen gelegen.

Sticher wurde 1927 in Tübingen geboren und wuchs in Mühlacker, in der Nähe von Stuttgart, auf. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Dolmetscher und arbeitete sechs Jahre als Dolmetscher, Übersetzer und Pressereferent beim Amerikanischen Generalkonsulat in Stuttgart. Nach einer Zeit der Distanz zur Kirche in den ersten Nachkriegsjahren, fand er neuen Zugang zum Glauben und schlug den Weg zum hauptamtlichen Dienst in der Kirche ein. Von 1954 bis 1957 studierte er Theologie in Reutlingen am Predigerseminar der Evangelischen Gemeinschaft (einer der beiden EmK -Vorgängerkirchen). Nach Stationen als Gemeindepastor in Ulm, Herrenalb-Loffenau, Karlsruhe und Ludwigsburg, unterbrochen durch eine achtjährige Amtszeit als Superintendent im Distrikt Reutlingen, wurde Sticher 1977 zum Bischof der EmK für die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin gewählt. Dieses Amt übte er bis 1989 aus. Von 1989 an verbrachte er seinen Ruhestand in Nürtingen-Raidwangen (Baden-Württemberg). Während seines Ruhestands übernahm er 1993 für ein Jahr eine Gastprofessur an der Wesley Universität Nebraska in Lincoln (Nebraska, USA) auf dem Lehrstuhl »Mattingly Chair of Religion for Distinguished Persons«. Schon als Gemeindepastor und dann als Superintendent und Bischof war Sticher in vielen Bereichen der Kirche aktiv. So unter anderem in Aufgaben der Jugend- und Freizeitarbeit sowie in den nationalen und internationalen Ausschüssen zur Vereinigung der Evangelischen Gemeinschaft und der Bischöflichen Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche. Von 1966 an war er 30 Jahre lang als Delegierter und Bischof bei den Generalkonferenzen, dem weltweit obersten EmK-Kirchenparlament, und als Mitglied sowohl im Europäischen Rat und im Weltrat Methodistischer Kirchen. Darüber hinaus war er Mitglied verschiedener ökumenischer und zwischenkirchlicher Gremien der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der Vereinigung Evangelischer Freikirchen und der Evangelischen Allianz sowie im Verteilerausschuss von »Brot für die Welt« und im Evangelischen Missionswerk Hamburg.

Bischof Sticher hinterlässt seine Frau Lisa und drei Söhne.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: © EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Beisetzung findet am morgigen Dienstag, 23. Dezember um 13 Uhr auf dem Friedhof in Nürtingen-Raidwangen statt.

Am 8. Januar findet um 14 Uhr in der EmK-Erlöserkirche Reutlingen in gottesdienstlichem Rahmen eine »Heimkehrfeier« statt. Nach dem Wunsch Bischof Stichers soll mit dieser Bezeichnung, statt des sonst üblichen Wortes »Trauerfeier« dokumentiert werden, dass ein Dankfest gefeiert wird und »dass für mich das Sterben Heimkehr ist zu meinem Schöpfer, meinem Vater im Himmel, meinem Heiland Jesus Christus, der auch für mich eine Stätte im Haus mit seinen vielen Wohnungen bereitet hat«.

Leitet Herunterladen der Datei einLebensstationen von Hermann L. Sticher