Methodismus International

Bischofsrat gibt Stellungnahme ab

Der EmK-Bischofsrat gibt eine Stellungnahme zur menschlichen Sexualität ab und ruft zum Gebet auf für die Personen in der Leitung und füreinander.

Die im Internet live übertragene Debatte über den Umgang mit Homosexualität und homosexuellen Menschen in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) wirkte im Internationalen Bischofsrat der EmK nach. In seiner Tagung vom 3. bis 7. November in Oklahoma City beschäftigte sich der Bischofsrat während mehrerer Sitzungseinheiten weiter mit dem Thema und gab zum Abschluss der Tagung eine Erklärung ab. Darin werden die unterschiedlichen Sichtweisen zu diesem Thema angesprochen und die Menschen der Kirche zum Gebet aufgerufen. Besonders für die Männer und Frauen in Leitungsverantwortung aber auch füreinander solle gebetet werden. Mit Hinweis auf ihr bei der Amtseinführung abgegebenes Gelübde, »den Glauben zu stärken und zu bewahren, stets die Einheit zu suchen und die Ordnung der Kirche zu vertreten« betonen sie ihre Aufgabe, die Kirche zur Einheit anzuleiten. Jedoch seien sie und die Kirche in Bezug auf die menschliche Sexualität nicht einer Meinung. Angesichts des Trennenden betonen sie die Bereiche, in denen die Kirche eine starke Einheit lebe. Das geschehe im gemeinsamen Dienst für die Menschen und zusammen mit ihnen. Zudem gebe es eine Einheit im Blick auf den Auftrag der Kirche, nämlich »Menschen in die Nachfolge von Jesus Christus zu führen, um so die Welt zu verändern«.

Die Tagung hatte am Montag, dem 3. November, mit einer Ansprache des neuen Präsidenten des Bischofsrats, Bischof Warner H. Brown jun., begonnen. Er hat die bischöfliche Aufsicht über das Gebiet San Francisco. Brown lud seine Bischofskollegen dazu ein, mit ihm zusammen zu beten und das anlässlich der Amtseinführung zum Bischof abgelegte Gelübde zu bekräftigen. Darüber hinaus rief er zur Einheit innerhalb der Kirche auf und ermutigte dazu, »Orte zu finden, wo wir uns auf eine Zusammenarbeit verständigen und einen gemeinsamen Nenner finden können«. Angesichts unterschiedlicher Sichtweisen in der Kirche sei es nötig, die Menschen wissen zu lassen, dass sie wahrgenommen werden »und dass wir sowohl auf die Stimmen derer hören, die die Mehrheit haben, als auch auf die Stimmen jener, die in der Minderheit sind«.

Im November 2013 hatte der Bischofsrat eine Arbeitsgruppe »Menschliche Sexualität, Rasse und (soziales) Geschlecht« eingesetzt. Seither hat diese Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Bischöfin Rosemarie Wenner zahlreiche Gespräche geführt, um trotz unterschiedlicher Sichtweisen und Kulturen ein gemeinsames theologisches Verständnis zu finden. Die Aufgabe des Bischofsrats sei laut Wenner, »die Kirche in einer Zeit des Gebets und des Erkennens zu leiten«. Die Aufgabe der Arbeitsgruppe sei, dem Bischofsrat zuzuarbeiten, während die Gespräche weitergingen. Laut Wenner hätten die Gespräche im Bischofsrat erneut gezeigt, wie unterschiedlich die Kontexte seien, in denen die EmK arbeite. Deshalb müsse die EmK lernen, dieser Unterschiedlichkeit Rechnung zu tragen. »Um die Frage nach der Bewertung von praktizierter Homosexualität werden wir weiter zu ringen haben, genauso, wie es weiterhin gilt, Rassismus aufzuspüren und die unterschiedlichen Beiträge von Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft zu würdigen«, sagte Wenner. Für die Arbeitsgruppe, die sie leite, bleibe noch viel zu tun.

Urs Schweizer, Klaus Ulrich Ruof

Die Stellungnahme im vollen Wortlaut:

»Als Bischöfinnen und Bischöfe der Evangelisch-methodistischen Kirche bricht uns das Herz angesichts der Spaltungen, die in unserer Kirche bestehen. Wir beten schon lange und haben viel miteinander geredet und bekräftigen unser Gelübde, das wir anlässlich unserer Bischofsweihe abgelegt haben: ›den Glauben zu stärken und zu bewahren, stets die Einheit zu suchen und die Ordnung der Kirche zu vertreten‹. Wir anerkennen, dass wir eine Kirche sind, die weltweit in sehr unterschiedlichen Situationen lebt, und dass sowohl die Bischöfinnen und Bischöfe als auch die Kirche in Bezug auf die menschliche Sexualität nicht einer Meinung sind. Trotz aller Unterschiede eint uns jedoch unser Einsatz im Dienst für die Menschen und zusammen mit ihnen. Ebenso vereint sind wir in unserer Entschlossenheit, die Kirche gemeinsam zu führen, damit sie ihren Auftrag erfüllt: Menschen in die Nachfolge von Jesus Christus zu führen, um so die Welt zu verändern. Und während wir dies tun, rufen wir alle Glieder der Evangelisch-methodistischen Kirche auf, für uns und füreinander zu beten.«

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