Bundesverdienstkreuz

Bundesverdienstkreuz für Bernd-Lutz Lange

Bundespräsident Joachim Gauck hat dem Leipziger Autor und Kabarettist Bernd-Lutz Lange das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse überreicht. Er erhielt diese Ehrung für sein mutiges Engagement im »heißen Herbst« 1989 in Leipzig.

Lange, der zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in der Leipziger Kreuzkirche gehört, war Mitglied der »Leipziger Sechs«, die vor der Montagsdemo am 9. Oktober 1989 einen eindringlichen Appell zur Gewaltlosigkeit verfasst hatten. Mit diesem Aufruf, den Lange gemeinsam mit dem Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, dem Theologen Peter Zimmermann und drei führenden SED-Politikern verfasst hatte, habe er »einen entscheidenden Beitrag« dafür geleistet, dass die Massendemonstration friedlich verlief, heißt es in der Begründung des Bundespräsidenten. Darüber hinaus wird er als Autor und Kabarettist gewürdigt, der sich in seinen Büchern persönlich und humorvoll mit den Lebensverhältnissen in der DDR auseinandersetzt. Als Erster hat er die Geschichte der Leipziger Juden dokumentiert und vor dem Vergessen bewahrt. Besonders als Kabarettist der von ihm mitgegründeten Academixern ist er weit über Leipzig hinaus bekannt. Friedbert Fröhlich, Pastor der Leipziger EmK-Gemeinde, freut sich über diese Würdigung. »Wir danken Bernd-Lutz Lange für sein mutiges Engagement im Herbst 1989« sagte er anlässlich der Ehrung Langes durch den Bundespräsidenten.

Im Frühjahr dieses Jahres beendete der Siebzigjährige seine Arbeit als Kabarettist, bleibt seinem Publikum aber als Kabarettautor und Schriftsteller und auch in Lesungen erhalten. Im Rahmen einer Lesung wird er am 27. März 2015 auch in der Leipziger EmK-Kreuzkirche auftreten.

Redaktion emk.de

Foto: privat

Information zum Verdienstorden (Quelle: bundespraesident.de)

Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden. Die Anregung zur Verleihung des Verdienstordens bedarf keiner besonderen Form und kann von jedem angestoßen werden und ist formlos an die Staats- bzw. Senatskanzlei des Bundeslandes zu richten, in dem der Auszuzeichnende wohnt.

Der Verdienstorden wird in acht verschiedenen Stufen verliehen: Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Als weitere Ausführungen folgen das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, das Großkreuz und die Sonderstufe des Großkreuzes. Die Aushändigung der vom Bundespräsidenten verliehenen Verdienstorden übernehmen in den meisten Fällen die Ministerpräsidenten der Länder, Landes- oder Bundesminister, Regierungspräsidenten oder Bürgermeister. Der Bundespräsident überreicht den Verdienstorden in wenigen Fällen persönlich, etwa aus Anlass des Tages der Deutschen Einheit und des Tages des Ehrenamtes. Seit der Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurde der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland rund 248.400 Mal verliehen (Stand Februar 2014).