Methodismus International

Mehr als nur hoffnungsvolle Worte nötig

Mit einem Vier-Schritte-Programm helfen Methodisten in Italien den Menschen, die als Migranten ins Land kommen. So kann konkrete Hilfe aussehen.

»Ich helfe den Menschen, den Weg in die Kirche zu finden« sagt der in Bologna lebende Richard Ampofo. Menschen auf der Flucht bräuchten die Chance auf eine neue Heimat. Er selbst kommt ursprünglich aus Ghana und lebt seit 30 Jahren in Italien. Nach dem Maschinenbaustudium fand er als Ingenieur Arbeit in der Kfz-Branche, und ehrenamtlich engagiert er sich in der Arbeit unter Migranten in seiner methodistischen Gemeinde in Bologna. Italien ist aufgrund seiner Lage im Mittelmeer mit der nahe zum afrikanischen Kontinent liegenden Insel Lampedusa von den Migrantenströmen aus Afrika stark betroffen. Ampofo erzählt, wie sie nicht nur in ihrer Gemeinde, sondern auch vor Ort in Lampedusa den in Italien ankommenden Flüchtlingen Hilfe anbieten. In vier Schritten laufe Kontaktnahme und konkrete Hilfe ab, erzählt Ampofo. Zuerst sei akute Hilfe gefordert, um Menschen in ihrer Not beizustehen. Aufgrund vieler bürokratischer Anforderungen und Hürden sei es nötig, die Menschen zu begleiten und bei den Verhandlungen mit Institutionen und Regierungsstellen zu vermitteln. Darüber hinaus werden Flüchtlinge an Kirchengemeinden in ganz Italien weitergeleitet, damit sie eine angemessene Unterkunft finden könnten. Schließlich setzen sie sich auch dafür ein, dass die Flüchtlinge ein Bleiberecht mit entsprechenden Dokumenten erhalten und die Sprache erlernen.

Auf eindrückliche Weise schildern Ampofo und andere Teilnehmer bei der Tagung der Internationalen Kommission für Mission der EmK in Freudenstadt ihre Erfahrungen in der Arbeit mit Migranten. Bischof Felipe de Jesus Ruiz aus der EmK in Mexiko berichtet, wie dort die EmK-Gemeinden Migranten helfen. Entlang der nach Norden in die USA führenden Migrationsrouten bieten zwanzig EmK-Gemeinden Hilfe an. Sie wollten den unterwegs befindlichen Menschen Schutz und Sicherheit bieten. »Es gibt auch in Mexiko Anti-Einwanderer-Gefühle«, sagt Bischof Ruiz. Die Teilnehmer der Tagung in Freudenstadt fordert er auf: »Was ich heute erzähle ist mehr als der Bericht von einem Projekt. Das ist ein Ruf, eine Einladung, so auch an anderen Orten in Europa und der Welt, Menschen auf ihrer Flucht in andere Lebensverhältnisse zu begleiten.« Und er fragt, ob die Kirche bereit sei, mehr als nur hoffnungsvolle Worte zu sagen. »Wenn wir gemeinsam handeln ist das eine Aktion der Hoffnung.«

Klaus Ulrich Ruof

Foto Ampofo: © Arthur McClanahan
Hintergrund: By Photo by Ggia, dust spots/scratches removed by Kim Hansen. Edges cropped due to scan. Further restoration improvements using masks by Ggia. CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons