Methodismus International

Missionsbehörde: Umzug und Umstrukturierung

Die Missionsbehörde der EmK wird ihren Stammsitz von New York nach Atlanta (Georgia, USA) verlegen. In Afrika, Asien und Lateinamerika werden Büros eingerichtet. Das hat der Verwaltungsrat der Behörde in einer Sitzung am 3. Oktober beschlossen.

Es ist ein großer Schritt: Die Missionsbehörde der EmK (GBGM) zieht von New York nach Atlanta – vor allem der Kosten wegen. New York ist so teuer, dass Normalverdiener dort kaum leben können. Dagegen sind die Lebenshaltungskosten in Atlanta etwa 40 Prozent niedriger. Zudem kann die Missionsbehörde für die neue Zentrale in Atlanta ein Teil eines Grundstücks einer dortigen EmK-Gemeinde kaufen – fast für den Preis einer Jahresmiete des bisherigen Büros in New York. Der Umzug ist für November 2016 geplant. »Wir sind begeistert von der Möglichkeit, in einer Umgebung zu arbeiten, in der Lokalität und Globalität zusammenkommen«, sagte Thomas Kemper, der Generalsekretär der Missionsbehörde. Er erklärte auch, dass die laufenden Kosten mit dem Umzug in ein eigenes Gebäude erheblich gesenkt werden könnten.
Die drei Zweigstellen in Afrika, Asien und Lateinamerika werden der Zentrale in Atlanta verantwortlich sein. Für den Sitz des Afrika-Büros sei ein französischsprachiges Land vorgesehen, sagte Bischöfin Hope Morgan Ward, die Vorsitzende des Verwaltungsrats. Damit solle deutlich gemacht werden, dass die EmK in vielen Sprachen arbeitet. »Mission ist heute in der EmK von überall nach überall«, erklärte Bischöfin Ward.
In Europa ist keine eigene Zweigstelle geplant, weil die Missionsbehörde hier eng mit der Europäischen Kommission für Mission des Europäischen Rates methodistischer Kirchen zusammenarbeitet. Der GBGM-Europabeauftragte Üllas Tankler arbeitet von Estland aus. Aus dem deutschsprachigen Raum gehören Andreas Stämpfli, Connexio Schweiz, und Frank Aichele, EmK-Weltmission, zum Verwaltungsrat.

Hochschulen in der Nähe

Die gesamten Kosten für die Verlegung des Stammsitzes nach Atlanta werden auf 15 Millionen US-Dollar geschätzt (etwa 12 Millionen Euro, 14 Millionen Schweizer Franken). Damit der Plan vollständig umgesetzt werden kann, müssen noch die Finanz- und Verwaltungsbehörde (General Council on Finance and Adminiatration, GCFA) sowie der Connectional Table (CT, koordinierender Runder Tisch) zustimmen.
Die Zentrale in Atlanta zu haben, habe den Vorteil, mit evangelisch-methodistischen und anderen Universitäten sowie Einrichtungen zusammenarbeiten zu können, sagte Kemper. Er nannte unter anderen die Candler School of Theology der Emory University, das Gammon Theological Seminary und das Carter Center. Zudem liegt in Atlanta der größte Flughafen der Welt – was für die weltweit vernetzte Arbeit der Missionsbehörde von Vorteil ist.
Bei GBGM arbeiten momentan 166 Beschäftigte in New York. Etwa 60 davon sollen ein Angebot erhalten, mit nach Atlanta umzuziehen. Die anderen werden Abfindungen erhalten. Ihnen soll auch geholfen werden, eine neue Stelle zu finden. Für die Zentrale werden in Atlanta neue Beschäftigte eingestellt.

GBGM / Reinhold Parrinello / Volker Kiemle