Friedenswort der EmK

Radikalpazifismus oder begrenzte Militäreinsätze?

Das Friedenswort der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) »Frieden braucht Gerechtigkeit« wird weiterentwickelt.

Im Jahr 2005 wurde das EmK Friedenswort »Frieden braucht Gerechtigkeit« verabschiedet. Jetzt befasst sich die Fachgruppe Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung mit der Weiterentwicklung. »Wir wollen der schleichenden Militarisierung unserer Gesellschaft entgegenwirken«, sagt Hans Martin Renno, EmK-Pastor in Freiburg im Breisgau und Referent für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung der EmK mit Blick auf die Weiterarbeit am Friedenswort. Er verweist dabei neben den verschiedenen Auslandsmissionen der Bundeswehr besonders auf die jüngst aufgeworfenen Fragen, ob ein militärischer Kampfeinsatz als allerletztes Mittel doch erlaubt sein muss, oder ob die Bibel einen grundsätzlichen pazifistischen Friedensansatz fordere. Diese Frage sei schwer zu beantworten, gibt Renno zu, »weil wir uns vor Augen halten müssen, dass wir Schuld auf uns laden, wenn wir militärische Einsätze befürworten und auch wenn wir die Zivilbevölkerung der Gewalt und dem Morden durch willkürliche Staatsgewalt oder Terrorgruppen überlassen«. Nach den »Sozialen Grundsätzen« der EmK, die Teil der »Verfassung, Lehre und Ordnung« genannten Kirchenordnung der EmK sind, werde »Krieg als Mittel nationaler Außenpolitik« verworfen und solle die »Militarisierung der Gesellschaft« beendet werden (Kapitel VI.C der Sozialen Grundsätze). »Deshalb sehen wir uns gefordert, das Friedenswort zu aktualisieren und das Thema in unseren Gemeinden wachzuhalten«, sagt Renno.

Dazu solle ein »möglichst breit geführter Diskussionsprozess« entstehen, der bei einem Wochenendseminar im Februar 2015 in Stuttgart seinen Auftakt hat. Stephan von Twardowski, EmK-Pastor in Clausthal-Zellerfeld, wird dort biblisch fundierte friedensethische Positionen zur Diskussion stellen. Aus der Sicht »eines radikalpazifistischen Netzwerks« wird Antje Heider-Rotwilm, evangelische Pfarrerin und Vorsitzende von »Church and Peace« Anstöße geben. Christoph Klaiber, EmK-Pastor in Pfullingen, wird die Haltung der EmK zu Gewalt und Gewaltfreiheit angesichts kriegerischer Konflikte darstellen. Renno wünscht sich viele Teilnehmer aus dem gesamten Raum der EmK, »damit wir Einsichten und Ansichten, Meinungen und Forderungen in einem offenen Prozess diskutieren können«. Er gibt seiner Hoffnung Ausdruck, »dass wir zum Schluss des Wochenendes den Weg beschreiben können, wie wir zu einem neuen, weiterentwickelten Friedenswort gelangen«.

Redaktion emk.de