Bischof Julius Trimble (Des Moines, USA, Iowa-Konferenz der EmK) mit Ehefrau Racelder beim Eröffnungsgottesdienst

Bischof Julius Trimble (Des Moines, USA, Iowa-Konferenz der EmK) mit Ehefrau Racelder beim Eröffnungsgottesdienst

Methodismus International

Warum Migranten für die EmK »ein Segen« sind

Vier Kontinente – weltweit organisiert – eine Kirche: das ist die EmK. Diese Vernetzung soll noch besser für die Arbeit unter Migranten genutzt werden.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) arbeitet in Afrika, Amerika, Asien und Europa auf Basis weltweiter und ineinandergreifender Strukturen. Diese internationale Vernetzung soll für die Arbeit mit und unter Migranten noch besser genutzt werden. Damit beschäftigt sich vom 4. bis 7. Dezember in Freudenstadt eine Tagung, die von der Internationalen Kommission für Mission der EmK angeregt wurde. »Unsere Kirche ist bewusst nicht nationalstaatlich organisiert und arbeitet über Ländergrenzen hinweg«, betont Bischöfin Rosemarie Wenner mit Blick auf das Anliegen der Tagung. »Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können.« In der EmK werde das zunehmend als Stärke erkannt. Deshalb ändere sich der Fokus von einer stark durch US-amerikanische Verhältnisse geprägten Sicht hin zum Austausch über die ganz unterschiedlichen Situationen und Erfahrungen aus allen Teilen der Welt. Besonders für die Arbeit unter und mit Migranten könnten viele durch die internationale Vernetzung voneinander lernen und für die jeweilige Arbeit vor Ort profitieren.

Bei der Tagung geht es in besonderer Weise darum, die geistliche und theologische Dimension mit dem sozialen Engagement in der Arbeit mit Flüchtlingen und Migranten zu verbinden. Viele Verlautbarungen der Generalkonferenz, dem weltweit höchsten Leitungsgremium der EmK, hätten laut Wenner das soziale Engagement für diese Menschen im Blick. Das sei durchaus wichtig, aber »was ist unter biblischen Gesichtspunkten unser besonderer Auftrag?« fragt Wenner, und betont: »Flüchtlinge und Migranten sind, wenn wir die biblische Botschaft richtig verstehen, für die Emk auch ein geistlicher Segen.« Das habe die Kirche noch nicht genügend erkannt. Deshalb verstehe sich die Tagung mit 36 Personen aus vier Kontinenten, darunter vier Bischöfe, als »internationale Spurgruppe«. Viele der Teilnehmer sind entweder selbst Migranten oder arbeiten in ihren Herkunftsländern unter Migranten. Dadurch sei garantiert, dass Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Situationen direkt von der Basis her zusammenfließen und daraus Überlegungen und Impulse für die weltweite EmK und ihre ökumenischen Partner erwachsen könnten.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: Klaus Ulrich Ruof © EmK-Öffentlichkeitsarbeit