Ruben P. Job hat viele Gemeinden der EmK durch sein umfangreiches schriftstellerisches Wirken in methodistischer Lehre und Praxis stark geprägt.

Ruben P. Job hat viele Gemeinden der EmK durch sein umfangreiches schriftstellerisches Wirken in methodistischer Lehre und Praxis stark geprägt.

Bischof Rueben P. Job gestorben

Rueben P. Job verstarb am vergangenen Samstag im Alter von 86 Jahren in Nashville (Bundesstaat Tennessee, USA).

»Ich habe keine Angst vor dem Tod. Wie das dann sein wird, weiß ich zwar nicht. Aber ich habe die Vorstellung, dass es gut sein wird, weil dieses Leben gut ist«, sagte der im Ruhestand lebende Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) Rueben P. Job im Jahr 2006 anlässlich der Veröffentlichung seines Buches »Living Fully, Dying Well« (Erfüllt leben, richtig sterben). Als Bischof, Pastor, Autor und Freund, der keine Angst vor dem Sterben hatte, wollte er, dass die Kirche besser vorbereitet sein sollte, um den Menschen in den Erfahrungen mit dem Sterben zur Seite zu stehen. Dabei sprach er über Beobachtungen aus seiner Zeit als Gemeindepastor. Viel schwieriger als für den Sterbenden selbst sei es nämlich für die Angehörigen, die »einen ihrer Lieben« sterben sehen. Als ihm kürzlich ein Stent zur Erweiterung einer Ader am Herzen eingesetzt wurde, sagte er anlässlich dieser für einen Menschen seines Alters mit stark reduzierter Herzleistung riskanten Operation, dass er in den Operationssaal mit derselben Zuversicht gegangen sei, »mit der ich mich jeden Abend ins Bett lege. Wäre ich in einer anderen Welt aufgewacht, dann – so glaube ich – wäre ich weder überrascht gewesen noch hätte ich Angst gehabt«. Jetzt verstarb Job am Samstag, dem 3. Januar, zuhause in Nashville. Er hinterlässt seine Frau, Beverly Ellerbeck Job, und vier Kinder.

Drei einfache Regeln

Unter seinen über 20 Veröffentlichungen ist »Three Simple Rules« (Drei einfache Regeln) mit einer weltweit verbreiteten Auflage von über 300 000 Exemplaren die bekannteste. »Tausenden von Gemeinden und hundertausenden Menschen hat er die Allgemeinen Regeln Böses zu meiden, Gutes zu tun und in der Liebe Gottes zu bleiben nahegebracht und versuchte selbst ein Leben lang, danach zu leben« sagte Susan Salley, Jobs verlegerische Betreuerin im Verlagshaus der EmK in den USA. »Rueben Job wird durch seine Bücher weiterwirken« sagte Rosemarie Wenner, Bischöfin der EmK in Deutschland, mit Verweis auf dessen umfangreiches schriftstellerisches Wirken. »Dass er Wesleys einfache Regeln wieder in Erinnerung rief, ist ein großes Verdienst.« Jobs Auslegung der »Allgemeinen Regeln« John Wesleys für die heutige Zeit wird gegenwärtig von einer Studentengruppe der Theologischen Hochschule Reutlingen für eine Veröffentlichung in deutscher Sprache bearbeitet.

Dienst in der Kirche

Der am 7. Februar 1928 geborene Rueben Phillip Job erhielt 1952 die Predigterlaubnis. Ordiniert wurde er fünf Jahre später in der Jährlichen Konferenz Dakota der Evangelischen Vereinigten Brüderkirche (im deutschsprachigen Europa »Evangelische Gemeinschaft«; eine der Vorgängerkirchen der EmK). Von 1960 bis 1962 stand er als Militärgeistlicher im Dienst der US-Luftwaffe. Er war Pastor und Superintendent in den US-Bundesstaaten Nord- und Süddakota. 1984 wurde er zum Bischof gewählt und dem Sprengel Iowa zugewiesen. Job war auch Herausgeber des methodistischen Andachtsmagazins »The Upper Room« (früher als »Wegweiser« im deutschsprachigen Raum verlegt). Von 1985 bis 1988 leitete er den Ausschuss für die Neuausgabe des englischsprachigen EmK-Gesangbuchs (United Methodist Hymnal), die von der Generalkonferenz 1988 angenommen wurde. Zuletzt wirkte Job als Herausgeber des Buches »Finding Our Way. Love and Law in The United Methodist Church« (Unseren Weg finden. Liebe und Gesetz in der Evangelisch-methodistischen Kirche) mit, in dem er sich zusammen mit anderen EmK-Bischöfen auch als Autor zum kontroversen Thema »Homosexualität« äußerte. An der live im Internet übertragenen Podiumsdiskussion der Autoren dieses Buches im Herbst 2014 konnte Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr teilnehmen.

Reinhold Parinello, Klaus Ulrich Ruof

Foto: Mike DuBose, UMNS