Gruppenfoto der Teilnehmenden am Treffen

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Methodismus International

Das Miteinander der Religionen stärken

In den USA trafen sich internationale Vertreter von Universitäten und Hochschulen, um neue Möglichkeiten des interreligiösen Gesprächs auszuloten und religionsübergreifende Projekte anzustoßen.

Vor vier Jahren startete U.S.-Präsident Barack Obama die Initiative »The President’s Interfaith and Community Service Campus Challenge«. Inzwischen sind mehr als 500 Universitäten und Hochschulen mit ihren über 3 Millionen Studierenden dieser Initiative gefolgt. Manche davon können bereits eindrucksvolle Beispiele interreligiöser Zusammenarbeit vorweisen, etwa in der Arbeit an Schulen in sozialen Brennpunkten oder in der Flüchtlingsarbeit. Zur diesjährigen Tagung Anfang September waren neben den rund 450 Delegierten amerikanischer Hochschuleinrichtungen erstmals auch rund 50 internationale Gäste aus allen Kontinenten gekommen, vertreten waren 30 Nationen und ebenso viele religiöse Beheimatungen.

Auf Einladung des U.S.-Bildungsministeriums nahm der Reutlinger Religionspädagoge Prof. Achim Härtner als Vertreter der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland teil. Bei den Empfängen im Weißen Haus und in der Botschaft der Türkei, ebenso in den Vorträgen und Podiumsgesprächen an der Howard- und der George-Washington-Universität wurde die Dringlichkeit eines verstärkten Miteinanders der Religionen unterstrichen. Vor allem die weltweit immer größer werdenden Probleme im Zusammenhang mit Migrationsströmen, ausgelöst durch Krieg und Terror, rufen dazu auf, den betroffenen Flüchtlingen in ihrer Not gemeinsam beizustehen und ihnen in der Fremde neue Lebensperspektiven zu geben. In den engagiert geführten Diskussionsrunden wurde deutlich, dass ein verstärktes interreligiöses Engagement für bessere Lebensbedingungen für möglichst viele Menschen nicht ohne eine bewusste, täglich zu erneuernde Entscheidung hierfür zu haben sein wird. Dies schließt die Bereitschaft ein, nicht in der eigenen Komfort-Zone zu verbleiben, sondern stattdessen, methodistisch gesprochen, »radikale Gastfreundschaft« einzuüben. Präsidentenberaterin Melissa Rogers erinnerte an eine Grundüberzeugung Barack Obamas: »Anstatt, dass unsere Religionen uns auseinandertreiben, sollen sie uns zusammenbringen, zum Wohl aller.« Der Präsident selbst wandte sich in einer Video-Botschaft an die Delegierten und schloss mit folgenden Worten: »Es braucht uns alle, Christen und Juden, Hindus und Muslime, Glaubende und Nichtglaubende, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern!«

Achim Härtner
Theologische Hochschule Reutlingen

Foto: privat

Weitere Informationen

www.whitehouse.gov/administration/eop/ofbnp/interfaithservice

www.umc.org/news-and-media/german-theologian-makes-white-house-connection