Früherer Landesbischof Friedrich Weber verstorben.

Früherer Landesbischof Friedrich Weber verstorben.

Früherer Landesbischof Friedrich Weber verstorben

Der ehemalige Landesbischof Friedrich Weber ist tot. Er verstarb in der Nacht zum Dienstag im Alter von 65 Jahren an Krebs.

In den Jahren von 2002 bis 2014 war Weber Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Braunschweig. Wie ein Sprecher der Kirche mitteilte, waren die Ökumene und der Dialog prägend für Webers gesamte theologische Arbeit. Bis zum vergangenen Jahr war Weber als sogenannter Catholica-Beauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands für den Kontakt mit der katholischen Kirche zuständig. Mit Diplomatie, theologischer Geradlinigkeit, kirchenpolitischem Geschick und konfessionellem Rückgrat habe Weber diese Aufgabe ausgeführt, teilte der Sprecher mit. Rosemarie Wenner, die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), beschrieb Bischof Weber als »profilierten Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.« Sie habe die Zusammenarbeit mit ihm sehr geschätzt, »zumal er am Austausch mit den Freikirchen sehr interessiert war.« Sein Tod hinterlasse eine große Lücke in der ökumenischen Bewegung.

Von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) wird Weber als »verlässlicher Brückenbauer« gewürdigt, »der sich große Verdienste um die Ökumene in Deutschland« erworben habe. Er habe vor allem die multilaterale Ökumene im Blick gehabt. Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand sei Weber als geschäftsführender Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) der ökumenischen Arbeit verbunden geblieben. In diesem Amt vertrat er rund 50 Millionen Protestanten in mehr als hundert lutherischen, methodistischen, reformierten und unierten Kirchen aus über dreißig Ländern Europas und Südamerikas.

Weber stammte aus dem hessischen Wetzlar und studierte in Wuppertal, Göttingen und Oldenburg Theologie, Geschichte und Pädagogik. An der Universität Frankfurt am Main promovierte er in Kirchengeschichte. 1972 übernahm er eine Pfarrstelle in Greetsiel bei Emden. Danach arbeitete er ab 1984 als Pfarrer und ab 1988 als Dekan im rheinhessischen Oppenheim bei Mainz. Von 1991 bis 2001 war er Regionalbischof der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Wiesbaden. Neben seinem Bischofsamt in Braunschweig war Weber unter anderem als Honorarprofessor für Kirchengeschichte an der Technischen Universität Braunschweig tätig. Für seinen Ruhestand zog es ihn nach Greetsiel, den Ort seines ersten Pfarrdienstes, zurück.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: Klaus G. Kohn (Pressestelle der Landeskirche in Braunschweig) [CC BY 3.0 de], via Wikimedia Commons