Bischöfin Rosemarie Wenner (re) und Pastor George Miller

Bischöfin Rosemarie Wenner (re) und Pastor George Miller

»Grenzen zu überwinden, ist eine Gabe Gottes«

Beim Treffen der Verantwortlichen für die internationalen Gemeinden in Deutschland und Europa wurde George Miller offiziell als Koordinator eingeführt.

Im Rahmen der Leitertagung in Stuttgart für die Internationalen Gemeinden und Migrantengemeinden wurde Pastor George Miller in sein Amt als Koordinator dieser Arbeit für Deutschland und das europäische Ausland eingeführt. Miller ist bereits seit einem halben Jahr in dieser Aufgabe tätig. Dieses Treffen sei aber »so etwas wie seine Gemeinde«, sagte Bischöfin Rosemarie Wenner, Frankfurt am Main, weshalb dies »der richtige Ort für die offizielle Diensteinführung« sei. Im Blick auf die Aufgabe des Koordinators erklärte sie, dass es zu diesem Amt dazugehöre, Widerstände und Hindernisse zu überwinden. Dabei betonte sie: »Grenzen zu überwinden, ist eine Gabe Gottes«, und »dazu ist viel Geduld nötig«. Man müsse »oft warten, bis sich Türen öffnen oder Dinge zusammenpassen«. Dazu ermutigte sie George Miller für die vor im liegende Arbeit und überreichte als sinnfälliges Begrüßungsgeschenk ein kleines, herausforderndes Geduldspiel.

»Jesus hat Grenzen überwunden und nicht nur darüber gesprochen« erklärte George Miller in seiner Predigt. Er wies auf die Herausforderungen hin, mit denen die Arbeit in internationalen Gemeinden und in Migrantengemeinden konfrontiert ist. »Geht hinaus und überwindet Grenzen« rief er den Tagungsteilnehmern zu. Wenn Menschen und Gemeinden den Mut hätten, an unbekannte Orte zu gehen und mit Menschen Kontakt aufzunehmen, die sie sonst mieden, sei das zwar »unbequem, aber das ist ein Zeichen der Liebe Gottes«. »Dazu braucht es nicht vieler Worte und nicht erst fertiger Konzepte«, führte er weiter aus. »Das ist die Aufgabe in meiner Familie, in meinem Team oder in meiner Gemeindegruppe.« Wo Menschen so lebten würde sich die Gastfreundlichkeit »geradezu multiplizieren« und die Menschen könnten so Heimat in der Fremde finden.

Von Sonntag bis Donnerstag sind zu dieser europaweiten Tagung über 50 Teilnehmer aus mehr als zehn Ländern im Bildungs- und Begegnungszentrum der EmK in Stuttgart versammelt. Ziel der Tagung ist der Austausch über die verschiedenen Erfahrungen und Probleme internationaler Gemeinden und eine Auseinandersetzung mit der Frage nach der »Bedeutung der sozialen, geschlechtlichen Identität für die interkulturelle Arbeit« (Gender across Cultures). Die Teilnehmer vertreten internationale oder ethnisch ausgerichtete Gemeinden, in denen sich Asylsuchende, Migranten, Studenten, internationale Berufstätige, Arbeiter ohne Papiere, Einwohner mit Migrationshintergrund und Soldaten mit deren Familien versammeln. In Deutschland entstand die Arbeit in den 1980er-Jahren durch eine Vereinbarung zwischen der US-amerikanischen und deutschen EmK, um vor allem mit methodistischen Militärgeistlichen der US-Armee und mit methodistischen US-Armee-Angehörigen sowie deren Familien Kontakte zu gestalten. Diese Arbeit weitete sich auf Menschen unterschiedlicher Nationalitäten in Deutschland und auf das europäische Ausland aus.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: Volker Kiemle © 2015, EmK-Öffentlichkeitsarbeit