von links: Prof. Achim Härtner, Bischöfin Rosemarie Wenner, Pastor Tobias Beißwenger, Superintendent Johannes Knöller

von links: Prof. Achim Härtner, Bischöfin Rosemarie Wenner, Pastor Tobias Beißwenger, Superintendent Johannes Knöller

Süddeutsche Jährliche Konferenz

KU-Studie vorgestellt

»Der Kirchliche Unterricht ist besser als sein Ruf« stellt eine Studie fest, die der SJK von Achim Härtner und Tobias Beißwenger vorgestellt wurde.

Mit dem in Regel zweijährigen Kirchlichen Unterricht (KU) sind 81 Prozent der Jugendlichen zufrieden. Die Zufriedenheit mit den Personen, die den KU leiten, fällt mit 84 Prozent sogar noch einige Prozentpunkte höher aus. Diese ausgesprochen positive Bewertung des KU in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) förderte eine Studie zutage, die vor drei Jahren startete. Jetzt legten Achim Härtner, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen, und Tobias Beißwenger, Pastor in St. Georgen und Zentralkonferenz-Beauftragter für KU, die gesamte Studie vor. Im Rahmen der SJK-Tagung überreichten sie den 100-seitigen Auswertungsbericht zur Studie an Bischöfin Rosemarie Wenner und Superintendent Johannes Knöller. Insgesamt zogen die beiden Projektleiter bei ihrer Präsentation ein ausgesprochen positives Fazit. »Der KU ist viel besser als sein Ruf«, sagten sie den Mitgliedern der Konferenz. Auch den Hauptamtlichen, die den KU durchführen, stellten sie ein gutes Zeugnis aus.

Interessant seien auch weitere Ergebnisse, aus denen konkrete Maßnahmen zur Umsetzung abgeleitet werden könnten. So gab nur ungefähr die Hälfte der Jugendlichen am Ende der KU-Zeit an, dass ihre Glaubensfragen im KU vorkamen. Das zeige, dass im Rahmen des KU die Glaubensfragen der Jugendlichen noch konsequenter aufgegriffen werden könnten. Durch die zusammen mit anderen Kirchen durchgeführte Studie wurde deutlich, dass andere Kirchen jugendliche Mitarbeiter mit Erfolg am KU beteiligten. In der EmK ist dies bisher kaum üblich. Gerade für kleinere Bezirke könnte die Mitarbeit beim KU aber eine Möglichkeit sein, Jugendliche nach dem KU in die Mitarbeit einzubinden, wenn wegen nur weniger Jugendlicher ein Jugendkreis gar nicht existiere. Wenn Jugendliche gelingend in die Gemeinde integriert werden sollten, so ein weiteres Ergebnis der Studie, müssten sie mit ihren Ideen zu Wort kommen und Gestaltungsspielraum erhalten. Sie nur in das bestehende System einpassen zu wollen, habe keine Aussicht auf Erfolg. Ein weiterer interessanter Aspekt ist nach Aussage der Projektleiter die Gefühlsage mancher Jugendlichen im Blick auf „ihre Kirche“. Es sei für sie nicht leicht, dass die EmK in ihrer Umgebung kaum bekannt sei. Deshalb sei es wichtig, die Jugendlichen in der Zeit des KU über die EmK auskunftsfähiger und selbstbewusster zu machen. Eines der ebenfalls überraschenden Ergebnisse ist die Glaubenshaltung der Jugendlichen. Die Studie zeige, dass viele Jugendliche während ihrer Zeit im KU schon fest an Gott glaubten. Nach Sicht der Projektleiter müsse deshalb unbedingt bedacht werden, schon bald nach der Einsegnung die Aufnahme in die Gliedschaft der EmK anzubieten.

Die erstmalig so großangelegte und europaweit durchgeführte Untersuchung war in Kooperation mit elf evangelischen Kirchen in neun Ländern Europas durchgeführt worden. In einer bundesweiten Vollbefragung waren dazu innerhalb der EmK in Deutschland in allen drei Konferenzen rund 140 Unterrichtende und 850 Jugendliche befragt worden.

Klaus Ulrich Ruof, Achim Härtner, Tobias Beißwenger

Weitere Informationen zur KU-Studie:

www.ku-studie.de | www.emk-ku.de | www.confirmation-research.eu

Foto: © Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit