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Ein Abendessen gehört beim Alpha-Kurs zu jedem Gruppentreffen.

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Mittwoch, 20. Januar 2016

Aus Osten, Westen, Norden und Süden

In der EmK-Erlöserkirche in Bremen fand letztes Jahr ein Alpha-Kurs in drei Sprachen statt. Pastorin Nießner-Brose berichtet von ihren Erfahrungen.

Im Oktober und November 2015 führten wir in unserer Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Bremen zum dritten Mal einen Alpha-Kurs durch. Aber diesmal war es eine besondere Erfahrung: Der Kurs fand in den Sprachen Deutsch, Farsi und Arabisch statt. Einmal wöchentlich trafen sich Menschen mit verschiedenem sprachlichem und kulturellem Hintergrund, um über eine christliche Lebensführung zu sprechen. Die meisten der rund 30 Teilnehmer – viele davon Flüchtlinge – kamen aus Ägypten, Syrien, Iran, dem Irak, dem Libanon und China. Als Integrationserfahrung war es sehr hilfreich, dass auch zehn Deutsche mitmachten. Mit Flüchtlingen so intensiv in Kontakt zu treten, war aber auch für die Deutschen ein neues und hilfreiches Erlebnis.

Einige der Flüchtlinge waren bereits Christen, z.B. Kopten aus Ägypten oder Orthodoxe aus Syrien. Für andere, wie beispielsweise die vor einem totalitären Regime geflüchteten iranischen Teilnehmer, war die Begegnung mit dem christlichen Glauben ein völlig neues Lebenskonzept. Jeden Samstagnachmittag trafen wir uns für drei Stunden. Das zum Alpha-Kurs-Treffen gehörige gemeinsame Essen wurde jedes Mal von einem anderen Gemeindeglied vorbereitet. Wir hatten sogar das Privileg, dass ein katholischer 4-Sterne-Koch aus Malaysia für uns köstlich kochte. Außerdem sangen wir moderne christliche Lieder unter der musikalischen Begleitung eines chinesischen Klavierlehrers, der manchmal unseren Gottesdienstgesang begeistert begleitet. Auch die Kursinhalte wurden international gestaltet: In drei Sprachgruppen für Deutsch, Farsi und Arabisch beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Themen wie »Wer ist Jesus?«, »Wie lesen wir die Bibel?«, »Wozu Kirche?« Für die Arabisch-Gruppe half uns die arabische Übersetzung der Alpha-Kurs-Lektionen, die wir vom Zentralbüro Alpha Deutschland ausleihen konnten. Ein iranischer Moderator, der in unserer Gemeinde Kirchenasyl gesucht hatte, begleitete die Farsi Gruppe. Ursprünglich sollte er nach Polen abgeschoben werden. Mittlerweile hat er ein dreijähriges Bleiberecht und liest regelmäßig liturgische Texte im Gottesdienst auf Deutsch und Farsi. Zum Abschluss der Gruppentreffen wurde jedes Mal das Abendlied »Herr, bleibe bei uns« gesungen.

Nach dem Alpha Kurs wurden sechs Iraner Mitglieder unserer Bremer EmK-Gemeinde. Sie kennen zwar noch nicht viel vom Methodismus und nur wenig aus dem Leben John Wesleys, aber sie haben verstanden, dass Jesus Christus die Mensch gewordene Liebe Gottes ist. Für unsere Gemeinde ist das ein Ergebnis unserer Bemühungen, nach Deutschland kommende Flüchtlinge zu integrieren. Vor vier Jahren begannen wir dazu mit Besuchen in einem in der Nähe unserer Gemeinde gelegenen Übergangswohnheim für Asylsuchende. Inzwischen organisieren wir regelmäßig Ausflüge in die nähere Umgebung, in Freizeitparks oder Theater und Museen. Jeden Freitagnachmittag findet unser »Café Tiramisu« statt, in dem wir auch Deutschunterricht anbieten. Bei Kaffee und Kuchen besteht die Gelegenheit, mit deutschen Freiwilligen zu sprechen. Anfangs geschah das mit Händen und Füßen, und wenn »Neue« kommen, ist das auch heute immer noch die Startbasis. Einige Neu-Bremer besuchen und bereichern mittlerweile unsere Gottesdienste, die zunehmend internationaler werden. Menschen aus Nigeria, Ghana, Irak, Syrien, Iran und Ägypten finden sich bei uns ein und feiern und leben mit uns. Eine wahrlich biblische Erfahrung: »Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes« (Lukas 13,29). Für diese Entwicklung in unserer Gemeinde sind wir überaus dankbar.

Susanne Nießner-Brose (kur)

Foto: privat