Bischöfin Rosemarie Wenner

Bischöfin Rosemarie Wenner

Auslegung zur Jahreslosung

Buchstabierübungen für ein ganzes Jahr

Mit einem biblischen Impuls zum neuen Jahr wendet sich Bischöfin Rosmemarie Wenner zu Wort: Von innen erneuerte Menschen verändern die Welt.

Was wird neu im neuen Jahr? Spätestens wenn die Feiertage vorbei sind, kehrt wieder Routine ein. Es warten unerledigte Aufgaben auf uns, alte Konflikte werden uns weiter zu schaffen machen und die Ängste, die kurz vor Weihnachten durch den Terroranschlag in Berlin neue Nahrung bekamen, werden uns weiter umtreiben. Das Wort aus der Bibel, das uns als Jahreslosung durch das Jahr 2017 begleiten wird, verheißt grundlegende, von Gott bewirkte Veränderungen: »Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.« (Ezechiel 36,26 - Einheitsübersetzung).

Empfangen statt Machen!

Wir werden neu, wenn wir Gottes Geschenk, das er uns in Jesus Christus macht, annehmen. Um uns her mag alles weitergehen wie bisher. Doch wir werden die Welt mit anderen Augen betrachten, mit dem von Gott geschenkten Blick der Barmherzigkeit. Es wird viele Gründe geben, sich zu fürchten. Wir werden jedoch Jesu Zusage trauen: »In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.« (Johannes 16,33) Der Geist der Zwietracht, des Neids oder der Bosheit wird viel Unheil anrichten. Wir sind gefragt, ob wir uns von Gottes Geist, dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit erfüllen und leiten lassen. Als von innen erneuerte Menschen können wir mit dazu beitragen, dass nicht alles beim Alten bleibt im Jahr 2017. Dies beginnt mit dem Empfangen, nicht mit dem Machen.

»Stelle mich, wohin du willst«

In vielen Kirchen treffen sich am Silvesterabend Menschen zum Gebet. Und zahlreiche evangelisch-methodistische Gemeinden feiern im Januar Gottesdienste zur Erneuerung des Bundes mit Gott. Das Gebet, das in diesen Gottesdiensten gesprochen wird, geht auf John Wesley zurück und lautet: »Ich gehöre nicht mehr mir, sondern dir. Stelle mich, wohin du willst. Geselle mich, zu wem du willst. Lass mich wirken, lass mich dulden. Brauche mich für dich, oder stelle mich für dich beiseite. Erhöhe mich für dich, erniedrige mich für dich. Lass mich erfüllt sein, lass mich leer sein. Lass mich alles haben, lass mich nichts haben. In freier Entscheidung und von ganzem Herzen überlasse ich alles deinem Willen und Wohlgefallen.« Dieses Gebet will buchstabiert sein, ein ganzes Jahr lang. Dann kommen wir dem Geheimnis des Glaubens auf die Spur. Wer sich Gott überlässt, findet neu zu sich selbst und lernt, Beziehungen aufzubauen, die von Liebe, Achtung und Vertrauen getragen sind. Wo Gottes Geist wirkt, entsteht Neues. So wünsche ich Gottes Segen zum neuen Jahr.

Foto: Gottfried Hamp, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Die Autorin
Rosemarie Wenner ist seit 2005 die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Ihr Dienstsitz befindet sich in Frankfurt am Main.
Kontakt: sekretariat.bischoefin(at)emk.de.

Zur Information
Wöchentliche Gebetsanregungen und Andachten im Internet
Mit einer Auslegung der Jahreslosung eröffnet die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche jedes Jahr die Gebetsanregungen auf der EmK-Internetseite www.ichbetefürmeinekirche.de. Dort werden wöchentlich aus jeweils einem der Arbeitsbereiche der EmK eine Kurzandacht zum biblischen Wochenspruch und kirchliche Gebetsanliegen veröffentlicht. Die Seite ist so angelegt, dass sie als persönliche Internet-Startseite verwendet werden kann, um sich regelmäßig ans Gebet für kirchliche und andere Anliegen erinnern zu lassen. Außerdem stehen die Gebetsinformationen zum Herunterladen im DIN-A4-Format zur Verfügung, um in den Gemeinden für Gebetsgruppen eingesetzt zu werden. Das Angebot gibt es seit vier Jahren und wird mit der Unterstützung eines Übersetzerteams auch in englischer Sprache zur Nutzung in den EmK-Migrantengemeinden zur Verfügung gestellt. Die letzte statistische Auswertung der Seite zeigt, dass wöchentlich bis zu 400 Seitenaufrufe und über 100 Downloads für Ausdrucke erfolgen. Über Internet-Suchmaschinen werden bis zu 200mal in der Woche sogar Andachten aus zurückliegenden Jahren aufgerufen.