Uwe Heimowski (Evangelische Allianz, links im Bild) und Peter Jörgensen (VEF) im gemeinsamen Gespräch.

Uwe Heimowski (Evangelische Allianz, links im Bild) und Peter Jörgensen (VEF) im gemeinsamen Gespräch.

Evangelische Allianz

Christen zur politischen Mitwirkung sensibilisieren

Uwe Heimowski wurde in Berlin als neuer Politikbeauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz der Bundesregierung eingeführt.

Mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang wurde Uwe Heimowski am Mittwoch (19. Oktober) in Berlin in das Amt des Politikbeauftragten der Deutschen Evangelischen Allianz eingeführt. In dieser Aufgabe ist der 52jährige Diplomtheologe und Gemeindereferent Nachfolger von Wolfgang Baake, der dieses Amt über zwei Jahre innehatte.

»Wir wollen voneinander lernen und aufeinander hören«, betonte der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz zum Auftakt des Gottesdienstes in der Berliner St. Matthäikirche vor rund 130 geladenen Gästen und Gottesdienstbesuchern. »Mit Achtung und Respekt vor anderen Überzeugungen« sollten die kirchlichen Anliegen in der Begegnung mit der Politik eingebracht und ein Mitwirken angeboten werden. Mit »gemeinsam suchen, handeln und beten« umschrieb Heimowski die Akzente seiner Arbeit an der Schnittstelle zwischen Politik und Kirche. An die politischen Amtsträger gewandt, sicherte Heimowski ihnen zu, »dass wir Sie als Evangelische Allianz in Ihrem politischen Ringen unterstützen, für Sie beten und Sie segnen«.

»Viele brauchen unsere Unterstützung«

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Volker Kauder, ermutigte zur Begegnung und zum Gespräch mit den Politikern. Dabei, so Kauder, sei es wichtig, »die richtige Mischung aus fordern und fördern zu finden«. Die Stimme der Christen werde im Bundestag gehört, versicherte er. Als Beispiel dafür nannte er das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe, das als Anliegen vieler kirchlicher Interessengruppen in der politischen Entscheidungsfindung berücksichtig wurde. Der religionspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck, bat darum, »nicht schon im Voraus zu wissen, sondern gemeinsam zu suchen, was das Gute und Beste ist«. Er lud dazu ein, die gute Zusammenarbeit im Einsatz für verfolgte Christen »auf eine breitere Grundlage« zu stellen, weil es viele aus ganz unterschiedlichen Gründen verfolgte Minderheiten gebe, »die unsere gemeinsame Unterstützung brauchen«. Dazu müsse gelebt werden, »was das Christentum im Kern ausmacht: das dreifache Liebesgebot Jesu«. In gegenseitiger Abgrenzung könne das nicht gelingen.

Harmonische Mehrstimmigkeit

»Ein geistlicher Blick auf die Welt sieht die seelischen und sozialen Nöte«, erklärte Peter Jörgensen. Der Politikbeauftragte der Vereinigung Evangelischer Freikirchen ermutigte Heimowski dazu, in der Tradition des »Social Gospel« die Stimme für die Schwachen zu erheben und für die, die Hilfe benötigen. Joachim Ochel, der Theologische Referent beim Bevollmächtigten des Rates der EKD, wies darauf hin, dass es »mitunter ein steiniger Weg ist«, sich im politischen Geschehen Gehör zu verschaffen. Es sei aber möglich, »zu substantiellen Veränderungen und Verbesserungen beizutragen«. Das würde von unterschiedlichen kirchlichen Interessengruppen zwar nicht immer »einstimmig« geschehen, solle aber »in der Mehrstimmigkeit harmonisch und respektvoll« erfolgen.

Christen für die politische Mitwirkung sensibilisieren

Uwe Heimowski stammt aus Niedersachsen. Nach einer Ausbildung zum Erzieher studierte er Theologie. Der verheiratete Vater von fünf Kindern war seit 2001 Gemeindereferent der baptistischen Gemeinde »G26« im thüringischen Gera. Von 2009 an war er mit einer halben Stelle auch Wissenschaftlicher Mitarbeiter des CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Heinrich. Heimowskis Vorgänger, Wolfgang Baake, hatte die Aufgabe des Beauftragten der Deutschen Evangelischen Allianz beim Deutschen Bundestag und am Sitz der Bundesregierung über lange Jahre ehrenamtlich und zuletzt zweieinhalb Jahre hauptamtlich wahrgenommen. Zuvor war er bis 2014 im Hauptamt Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) in Wetzlar. Der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, dankte Baake besonders dafür, dass er sehr viel dazu beigetragen habe, Christen für die Mitwirkung in der politischen Entscheidungsfindung zu sensibilisieren.

Klaus Ulrich Ruof

Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Evangelische Allianz

Die Evangelische Allianz ist ein Netzwerk evangelisch-reformatorisch gesinnter Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften. Die Anfänge der Evangelischen Allianz reichen bis ins Jahr 1845 zurück. Als internationale Bewegung wurde die Evangelische Allianz 1846 in London gegründet. An der kirchlichen Basis ist die Evangelische Allianz in Deutschland an rund 1.100 Orten aktiv und hält zu über 300 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. Bekannteste »Aktion« der Evangelischen Allianz ist die »Allianzgebetswoche«, die jährlich Anfang Januar eine Woche lang Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften im Rahmen der Ortsallianzen zum Gebet zusammenführt. Der Sitz der Evangelischen Allianz ist im thüringischen Bad Blankenburg.