Thomas Kemper

Thomas Kemper

Terror in der Türkei

Dem Terror gemeinsam entgegentreten

Das Terrorattentat von Istanbul hat Thomas Kemper, Generalsekretär des Internationalen Missionswerks der EmK, hautnah miterlebt.

Zum Zeitpunkt des Angriffs der Terroristen hielt sich Kemper, der auf einer Reise von Berlin nach Japan in Istanbul umsteigen musste, in der Lounge von Turkish Airlines auf. »Alle sind durcheinander gerannt«, erklärte er dem amerikanischen Nachrichtensender CNN. Er selbst sei in einen Raum hinter der Küche geflohen und habe sich dort mit einem anderen Mann hinter Kisten versteckt. »Du sitzt da und wartest darauf, dass ein Terrorist kommt und dich erschießt«, sagte er. »Mit den Bildern aus Paris und Orlando im Kopf denkst du, dass sie bald kommen werden.« Erst nach etwa 40 Minuten seien Sicherheitsleute gekommen und hätten sie aus dem Gebäude geführt. Er habe in diesem Erleben an die Menschen gedacht, die an Orten leben, wo sie »jeden Tag und jede Nacht« solche Angst haben, sagte Kemper der US-amerikanischen EmK-Nachrichtenagentur United Methodist News Service in einem Telefon-Interview am 29. Juni. »So ein Moment sollte unsere Solidarität mit allen Menschen stärken, die unter Terror und Gewalt leiden«, betonte Kemper. »Ich spürte eine Übereinstimmung unter den Menschen, egal welchen Glaubens, dass wir diesem Leiden gemeinsam entgegenzutreten haben.« Mit Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen in den USA betonte er, dass »wir unsere Herzen und Häuser für Menschen aller Glaubensrichtungen, die leiden oder auf der Flucht sind, öffnen« müssen. »Wir können nur gemeinsam überleben.« Kemper ist überzeugt, dass »noch härtere Gewalt als Gegenmaßnahme nicht zum Ziel führen wird. Das funktioniert nicht.« Nach den Ereignissen war Kemper zusammen mit anderen Reisenden in einem Istanbuler Hotel in Sicherheit gebracht worden. Die Reise nach Japan hat er abgebrochen. Am heutigen Donnerstag kehrt er in die USA zurück.

Bei dem Selbstmordattentat am Istanbuler Atatürk-Flughafen hatten drei Terroristen am Dienstagabend im Eingangsbereich des Flughafens und einem nahegelegenen Parkhaus um sich geschossen und mit Sprengstoffgürteln Explosionen verursacht. Nach noch unterschiedlich lautenden Informationen sind dabei mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. 239 Personen wurden verletzt, 41 davon schwer.

Volker Kiemle, Klaus Ulrich Ruof

Foto: Mike DuBose, UMNS