Hartmut Schneider, Moderator des IPOS-Teams, interviewt eine Teilnehmerin der Zukunftskonferenz.

Hartmut Schneider, Moderator des IPOS-Teams, interviewt eine Teilnehmerin der Zukunftskonferenz.

Die Dynamik der Konferenz in die Zukunft mitnehmen

Die NJK arbeitete zwei Tage als gesamte Konferenz mit einer dynamischen Gesprächsmethode, die einige fast als »revolutionär« empfanden.

An zwei Tagen arbeitete die NJK in einer moderierten Gesprächsform als »Zukunftskonferenz«. Die üblichen Tische, an denen sonst die Delegierten mit ihren Konferenzunterlagen ihren Platz finden, waren weggeräumt. Die 160 Konferenzteilnehmer konferierten als kleine Gruppen nun im Sitzen mit runden Platten auf den Knien, die der Gruppe als Tischersatz dienten. Oder sie diskutierten im Stehen an Moderationswänden oder in kreativen Arbeitsaufträgen. Fünf Moderatoren vom »Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision (IPOS) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau« leiteten die Gespräche. Immer wieder entstanden neue Kleingruppen in anderer Zusammensetzung. Viele Teilnehmer meldeten am Ende zurück, sie hätten noch nie so viel mit anderen Konferenzmitgliedern gesprochen – und schon gar nicht über geistliche Themen und über Fragen der Zukunft der Kirche.

Der geistliche Puls: das Zerbrechliche annehmen

Die Andachten von Bischöfin Rosemarie Wenner wurden für die Zukunftskonferenz zu einem geistlichen Erlebnis. Lesungen vom »Schatz in irdenen Gefäßen« aus dem zweiten Korintherbrief (Kapitel 4,7) waren der Puls dieser Tage. Sätze des Paulus, wie »wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht«, oder »uns ist bange, aber wir verzagen nicht« gäben viele der Gefühle wieder, die Konferenzmitglieder kennen, wenn sie an ihre Kirche dächten. Die Bischöfin bat die Konferenz aber darum, gerade »das Zerbrechliche anzunehmen«, denn »darin hat Gott den Schatz verborgen«. Christus sei »der Leidende und der Überwinder«, »beides ist nicht auseinanderzureißen«, so Wenner.

»Alle haben etwas einzubringen«

Am Ende der zwei Tage hatten zehn Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Zukunftsfragen je eine Moderationswand mit Antworten gefüllt. »Wenn ich die Fülle dieser Anregungen und Ideen sehe, habe ich Mut und Zuversicht für die Zukunft«, erklärte eine Teilnehmerin. »Die andere Arbeitsform hat alle einbezogen«, erklärte Irene Kraft. Die Superintendentin im Distrikt Hamburg ist überzeugt davon, »dass hier alle etwas einzubringen haben«, was in Geschäftssitzungen als »Frontalveranstaltung« kaum geschehe. Ein Teilnehmer brachte die Reduzierung der üblichen Geschäftssitzungen, um Zeit zu gewinnen für andere Gesprächsformen, auf den Punkt: »Danke an diejenigen, die die Idee hatten, mit dieser Methode zu arbeiten und den Mut hatten, eine ganze Jährliche Konferenz zu revolutionieren.«

Organisationsentwicklung mit Spiritualität verbinden

Zusammen mit einer Gruppe aus Hauptamtlichen und Laiendelegierten aus allen drei Distrikten wird Kraft die Ideen und Impulse aus den zehn Arbeitsgruppen der Zukunftskonferenz aufgreifen und daraus Vorschläge für die weitere Arbeit der NJK entwickeln. Dabei gehe es ihr darum, »dass diese Dynamik, die wir in der großen Konferenz hatten, erhalten bleibt«. Christoph Gerken, einer der Moderatoren vom IPOS zeigte sich erstaunt über die »Mischung aus Konzentration, Disziplin, Aufmerksamkeit, Ernsthaftigkeit, Kreativität und Geschwisterlichkeit, mit der auch wir als Moderatoren aufgenommen wurden.« Ihr Ziel »Organisationsentwicklung mit Spiritualität zu verbinden« sei hier in bemerkenswerter Weise gelungen.

Stehende Ovationen für Bischöfin Wenner

Zum Abschluss der Konferenzsitzungen und der zweitägigen Zukunftskonferenz dankten die NJK-Delegierten ihrer vorsitzenden Bischöfin. Nach zwölf Jahren Dienst als Bischöfin wird Rosemarie Wenner im März nächsten Jahres in den Ruhestand gehen. Daher war es die letzte Tagung der NJK, die Bischöfin Wenner leitete. Mit stehendem Applaus brachten die Delegierten ihren Dank zum Ausdruck.

Michael Putzke (kur)

Foto: © Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit